Gericht verurteilt "Katastrophen-Fotografen", die Bilder eines tödlichen Unfalls verbreiteten

Das Strafgericht von Gent hat 5 Personen verurteilt, die im Sommer 2019 Fotos bei einem tödlich verlaufenen Autounfall in Gent gemacht hatten und die diese Bilder umgehend ins Internet stellten. Sehr schnell waren diese Fotos, auf denen auch das Todesopfer erkennbar zu sehen war, auch bei dessen Familie aufgetaucht. Diese erstattete Anzeige gegen die Urheber.

Die Person, die die Fotos gemacht hatte, gab diese in einer geschlossenen WhatsApp-Gruppe weiter und von dort aus gelangten sie durch andere Mitglieder dieser Gruppe weiter in andere soziale Netzwerke. Auf einem der Bilder war die Person erkennbar zu sehen, die bei dem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Nur kurz nach dem Unfall wurden diese Bilder auch der Schwester des tödlich Verunglückten geschickt.

Diese und ihre Familie erstatteten Anzeige gegen alle Personen, die daran beteiligt waren, diese Bilder im Internet und in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die Staatsanwaltschaft von Ostflandern konnte 5 Personen identifizieren und brachte diese Leute vor Gericht wegen ernster Verletzung des Rechts auf Schutz des Privatlebens.

Der Fall war bereits im April 2021 vor Gericht gekommen, doch das Urteil ließ auf sich warten, weil die Richter noch die staatlich-belgische Privacy-Kommission mit einbeziehen wollte. Da in einem solchen Fall keine Haftstrafe vorgesehen ist, wurden die 5 Angeklagten zu Geldstrafen in Höhe von jeweils 2.000 € verurteilt - die Hälfte dieser Summe wurde zur Bewährung ausgesetzt.  

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