Kinder von 12 bis 15 Jahren können in Belgien mit Einverständnis der Eltern gegen Corona geimpft werden

Die Gesundheitsminister aus Bund, Ländern und Regionen haben am Mittwoch beschlossen, dass auch Kinder zwischen 12 und 15 Jahren gegen Corona geimpft werden können. Allerdings brauchen sie dazu die Zustimmung ihrer Eltern. Geimpft wird mit dem Vakzin von Pfizer/BioNTech, das als einziger Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) dafür zugelassen ist.

Der Hohe Gesundheitsrat in Belgien hatte noch am Dienstag eine kollektive Impfung von Kindern zwischen 12 und 15 Jahren nicht empfohlen und zwar zum einen weil Kinder aus dieser Altersklasse selten schwerkrank nach einer Ansteckung mit Covid-19 werden und zum anderen, weil es zu empfindlichen Nebenwirkungen kommen könnte. Genau über solche Fragen diskutierten die Gesundheitsminister am Mittwochvormittag, doch man entschied sich dafür, sie doch zu impfen, um damit die Zahl der Geimpften im ganzen Land weiter nach oben bringen zu können.

Die Impfung dieser Zielgruppe trägt zu einer Erhöhung des allgemeinen Impfgrades und der Herdenimmunität bei.“

Flanderns Gesundheitsminister Wouter Beke

Länder und Regionen in Belgien sollen jetzt selbst bestimmen, wie sie damit umgehen. Flanderns Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) kündigte bereits an, dass die Eltern der rund 300.000 Kinder in den kommenden Wochen eine Impfeinladung erhalten: „Die Impfung dieser Zielgruppe trägt zu einer Erhöhung des allgemeinen Impfgrades und der Herdenimmunität bei. Das ist besonders im Hinblick auf die Zunahme der Zahl der Ansteckungen mit der Delta-Variante sehr wichtig.“

Das verringert das Risiko, dass Kinder andere Personen, die anfälliger für Covid-19 sind, anstecken.“

Flanderns Gesundheitsminister Wouter Beke

Je mehr Kinder geimpft würden, um so weniger Möglichkeiten hätten das Virus und neue Varianten, zu zirkulieren und sich weiter zu verbreiten, so Beke: „Das verringert das Risiko, dass Kinder andere Personen, die anfälliger für Covid-19 sind, anstecken.“ Man habe nach der Zulassung der Impfung von Kindern zwischen 12 und 15 Jahren durch den Hohen Gesundheitsrat in Belgien, der eine kollektive Impfung dieser Altersklasse ausdrücklich nicht empfiehlt, zwischen den Vor- und den Nachteilen abgewogen und sei zu dem Schluss gekommen, diese Kinder auf freiwilliger Basis und mit Einverständnis der Eltern doch impfen zu lassen, so der flämische Gesundheitsminister. 

Hoher Gesundheitsrat empfiehlt keine systematische Corona-Impfung für 12- bis 15-Jährige

Die Experten des Hohen Gesundheitsrates in Belgien haben sich mit der Frage befasst, ob es sinnvoll ist, Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren gegen das Coronavirus Covid-19 zu impfen. Sie sind am Dienstag zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht notwendig ist und empfehlen dies auch nicht. Den Betroffenen steht es allerdings frei, sich selbst für eine Impfung zu bemühen.

Die Fachleute des Hohen Gesundheitsrates berufen sich bei ihrer Feststellung und ihrer Empfehlung auf die Feststellung, dass gesunde 12- bis 15-Jährige nur ein sehr geringes Risiko laufen, durch eine Ansteckung mit Corona ernsthaft zu erkranken und/oder in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Eine Impfung bietet dieser Altersklasse demnach keinen großen Vorteil. Der Rat erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass Corona-Impfstoffe in sehr seltenen Fällen auch ernsthafte Nebenwirkungen hervorrufen können.

Gesunde 12- bis 15-Jährige können sich aber auf eigene Initiative hin gegen Corona impfen lassen, doch dem müssen dann deren Eltern zustimmen.

Nach Ansicht des Hohen Gesundheitsrates in Belgien hat eine solche Impfung nur dann einen entscheidenden Vorteil, wenn die Kinder und Jugendlichen in einem Haushalt mit z.B. ihren Großeltern leben oder wenn eine Bruder oder eine Schwester an einer chronischen Krankheit leiden. Dann biete eine Impfung von 12- bis 15-Jährigen schwachen und anfälligen Familienmitgliedern zusätzlichen Schutz.

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