Denkmalschutz in Belgien: Termine, um historische Aufzüge zu renovieren, werden verlängert

Besitzer von Gebäuden, in denen noch historische Aufzüge, die vor 1958 gebaut wurden, haben mehr Zeit zur Verfügung, um diese zu renovieren bzw. zu modernisieren. Dies gaben Brüssels regionaler Städtebau- und Denkmalschutz-Staatssekretär Pascal Smet (one.brussels/Vooruit) und Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister  Pierre-Yves Dermagne (PS) diese Woche bekannt. 

Historische Lifte mit Baujahren vor 1958, die auch in Brüssel noch sehr häufig zu finden sind, sollen eigentlich bis zum 31. Dezember 2022 verschiedenen Sicherheitsregeln von Seiten der EU renoviert bzw. modernisiert werden. Doch dieser Termin war für nicht wenige Immobilienbesitzer zu knapp, um allen Vorschriften entsprechend vorgehen zu können. 

Es sei zu wenig Zeit gewesen, solche „Juwelen“ in kürzester Zeit renovieren zu können. Kurzfristige Arbeiten wären sehr teuer gewesen und die Unternehmen, die sich mit solchen Liften noch auskennen, sind nicht gerade oft und einfach zu finden, so Minister Dermagne dazu. Diese Sorgen nehme man den Hausbesitzern jetzt weg, sagte er weiter zu diesem Thema.

Konkret wurde beschlossen, dass Aufzüge, die vor 1958 in Betrieb genommen wurden, die aber keinen historischen Wert haben, bis zum 31. Dezember 2023 modernisiert werden müssen, also 1 Jahr später als ursprünglich geplant. Lifte mit besonderem historischen Wzrt hingegen müssen bis mindestens zum 31. Dezember 2027 fertiggestellt sein.

Für diese Aufzüge müssen alternative Lösungen gefunden werden bei denen nach Ausgewogenheit zwischen Preis-Leistungs-Verhältnis bei den erforderlichen Arbeiten, historischem bzw. Denkmalschutz-Wert und Sicherheit gesucht werden muss, was zudem eine Inventarisierung der Lifte erforderlich macht.

Sicherheit

Im Königlichen Beschluss zur Sicherheit der historischen Aufzüge sind einige Anpassungen in Zusammenhang mit den Terminverlängerungen vorgenommen worden. Dazu wird definiert, was ein „historischer Aufzug“ ist und zwar auf Basis der regionalen Denkmalschutz-Bewertungen. Trotzdem müssen diese Lifte bestimmte Sicherheitsbedingungen erfüllen, die aber nicht mehr denen für Lifte, die nach 1958 gebaut oder in Betrieb genommen wurden, entsprechen müssen.

Staatssekretär Smet, der sich seit Jahren von Brüssel aus für den erhalt dieser architektonisch bedeutsamen Aufzüge einsetzt, begrüßt den Einsatz von Bundesminister Dermagne: „Ich bin zufrieden damit, dass die historischen Lifte in Zukunft als eine spezifische Kategorie angesehen werden. Das ist das, was wir als Brüsseler Region immer gewollt haben. So kann renoviert werden, ohne den Kulturerbe-Merkmalen zu schaden.“ Jetzt würden die Hausbesitzer „nach allen Regeln der Kunst“ ihre Arbeiten durchführen lassen können.

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