Gesundheitsminister Vandenbroucke: “Stichprobenartige Kontrollen bei Einreisen an den Grenzen“

Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit - Foto) ist der Ansicht, dass es zu stichprobenartigen Kontrollen bei der Einreise nach Belgien aus Richtung roter Zonen, z.B. aus Spanien oder aus Portugal kommen sollte. Er empfiehlt auch solche Kontrollen durch die Polizei an den Landesgrenzen. Weiter rät der Gesundheitsminister dazu, dass alle Teilnehmer von Jugendlagern stets getestet sein sollten.

Belgiens Gesundheitsminister Vandenbroucke macht sich angesichts von weiter steigenden Corona-Zahlen in unserem Land Sorgen und er glaubt, dass sich dies durch die Reisetätigkeit in diesen Sommerferien noch verstärken wird: „Wir können nicht streng genug sein.“

Deshalb ist der der Ansicht, dass es zu Kontrollen bei der Einreise nach Belgien aus roten Zonen kommen soll, also aus Corona-Hochrisikozonen, wie z.B. Spanien oder Portugal. Diese Kontrollen sollten aber nicht nur an den Flughäfen stattfinden, sondern der Minister fordert auch stichprobenartige Kontrollen bei Reisenden aus solchen Regionen, die mit dem eigenen Wagen unterwegs sind. Hier solle die Polizei an den Landesgrenzen aktiv werden, so Vandenbroucke.

Stefaan Vannieuwenhuyse von der Polizeizone Grenzleie (Gemeinden Menen, Wevelgem en Ledegem) sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass solche Kontrollen möglich seien: „Wir haben 16 Grenzübergänge in unserer Zone. Wir sehen, was möglich ist.“ Vannieuwenhuyse fordert allerdings deutliche Richtlinien dazu. Über die Grenzübergänge in diesen Zonen zu Frankreich kehren viele Urlauber aus dem Süden (Italien, Spanien, Frankreich) nach Belgien zurück, die mit dem eigenen Wagen unterwegs sind. 

Belgier und Ausländer, die aus Hochrisikozonen einreisen, müssen im Prinzip ihr „Passenger Location Form“ ausgefüllt vorlegen bzw. ihr Corona-Zertifikat. Wer kein solches Zertifikat hat, muss sich bei der Einreise testen lassen und sich in Quarantäne begeben.

In den vergangenen Tagen zeigte sich, dass Urlauber, die nach Hause zurückkehren, unter Umständen mit Covid-19 infiziert sind. Für Schlagzeilen sorgten die belgischen Jugendlichen, die sich bei Partyreisen in Spanien mit Corona angesteckt hatten und die teilweise ungetestet in die Heimat zurückkehrten. 

Der flämische Sozialist erinnerte gegenüber dem Privatsender VTM, dass Landsleute, die noch nicht oder noch nicht vollständig gegen Corona geimpft sind, auf Urlaubsreisen nach Spanien oder Portugal angesichts des dortigen Infektionsgeschehens besser verzichten sollten.

Aufruf an die Jugendbewegungen

Gesundheitsminister Vandenbroucke ruft die Jugendbewegungen dazu auf, alle Teilnehmer von Pfadfinder-, Sport- oder anderen Lagern und Camps dazu auf, vor den Lagern auf das Coronavirus zu testen. Gegenüber VRT NWS sagte er: „Es ist besser, dass man einem Kind sagt, dass es infiziert ist, als dass man ein ganzes Lager nach Hause schicken muss.“

Schon mehrmals mussten in den letzten Tagen Pfadfinderlager abgebrochen oder abgesagt werden, weil sich Kinder, Jugendliche oder deren Leiter mit Corona infiziert hatten. Vandenbroucke führt diesen Aufruf auf Gespräche mit Medizinern zurück, die bei Tests von Pfadfindergruppen vor Lagern bei jedem zweiten Gruppentest Jugendliche positiv auf Covid-19 getestet wurden. In Belgien infizieren sich derzeit wesentlich mehr junge Leute als in den Monaten zuvor, was in unserem Land zum Anstieg der Corona-Zahlen beiträgt.

Die Jugendverbände in Flandern äußern sich kritisch zu dieser Empfehlung. „Wer soll das organisieren und wer soll das bezahlen“, lauten die Kommentare dazu. Alleine in Flandern finden in diesem Sommer rund 23.000 Pfadfinder- und Scouts-Lager statt. Für die Jugend- und Pfadfinderverbände ist es unmöglich, hier überall im Vorfeld Tests durchzuführen. 

Flanderns Landesjugendminister Benjamin Dalle (CD&V) hält nichts von verpflichteten Corona-Tests vor Antritt eines Pfadfinderlagers: „In verschiedenen Sektoren in unserer Gesellschaft finden derzeit Aktivitäten statt, jedes Mal mit einem berechneten Risiko, z.B. in der Gastronomie oder im Eventbereich. Und das gilt auch für den Jugendbereich. Ansteckungen sind nicht zu vermeiden, doch mit den Regeln und Protokollen, die wir anwenden, kann vieles recht sicher durchgeführt werden.“

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