Andreas Kockartz/VRT

Das Café Métropole in Brüssel hat trotz Schließung des gleichnamigen Hotels wieder geöffnet

Als vor rund einem Jahr bekannt wurde, dass das traditionsreiche Fünfsternehotel Métropole am De Brouckère-Platz in Brüssel schließen würde, hätte niemand gedacht, dass dort schnell wieder Leben einziehen würde. Vor einigen Wochen aber haben ehemalige Angestellte das nicht weniger berühmte Café Métropole wieder eröffnet.

Am 21. Juni haben drei ehemalige Angestellte das Café Métropole im gleichnamigen aber weiter geschlossenen Hotel Métropole am De Brouckère-Platz in Brüssel wieder eröffnet. Die drei Cafébetreiber sind alle portugiesischen Ursprungs und arbeiteten davor bereits viele Jahre hier an der Bar oder als Kellner.

Jetzt haben sie ihr Erspartes investiert und sind selbst aktiv geworden. Das Café sei ihr Leben, so die drei neuen Geschäftsmänner, die das Café mit vollem eigenen Risiko betreiben. Aber, rasch kamen die Stammkunden wieder und so langsam öffnet sich Brüssel wieder für die Touristen und auch solche finden wieder hierher.

Nach eigenen Angaben haben sich die drei Betreiber innerhalb von nur 14 Tagen zur Übernahme des prestigeträchtigen Lokals entschieden und sofort nach dem das Geschäftliche geregelt war, mit dem Saubermachen des doch langsam verstaubten Cafés begonnen. Sie haben hier viele Berühmtheiten begrüßt und bedient, Annie Cordy, Jean-Paul Belmondo oder auch Arno oder Jean-Claude Van Damme, um nur einige zu nennen. Jetzt hofft das Trio, dass solche glorreichen Tage wiederkommen…

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Das Hotel und das Café Métropole sind rund 125 Jahre alt und begonnen hat alles mit der Brauerfamilie Wielemans-Ceuppens, die das Gebäude in den 1890er Jahren von der Allgemeinen Spar- und Rentenkasse erworben hatte. Architekt Alban Chambon bekam damals den Auftrag, hieraus ein Hotel mit Café zu machen und 1895 wurde das Métropole eröffnet. Damals lockte das seinerzeit hypermoderne Etablissement mit Elektrizität und hier gab es schon einen Aufzug, der mit Strom betrieben wurde.

Von Anfang an wurden in diesem mondänen Hotel Kongresse veranstaltet, z.B. 1911, als der Soda-Fabrikant Ernest Solvay hier 20 namhafte Wissenschaftler zu einem Netzwerk-Treffen eingeladen hatte, an dem u.a. Marie Curie, Max Planck und Albert Einstein teilnahmen. Später kehrten hier Charles De Gaulle, Henry Fonda und auch der US-Rapper 50 Cent ein und genossen im jetzt wiedereröffneten Café einen Espresso, ein Weinchen oder einen Pastis.

Heute herrscht hier fast wieder der Glanz der alten Tage und auch der berühmten Hauscocktail „Italiano“ steht wieder auf der Karte. Inzwischen ist der De Brouckère-Platz Teil der Fußgängerzone in der Brüsseler Innenstadt geworden. Ob dies dem Café Métropole zum Vorteil oder zum Nachteil gereicht, bleibt abzuwarten. Noch sind auf der Terrasse leicht freie Plätze zu finden, aber aufgepasst: Wenn eine ältere Dame auf ihrem Stammplatz besteht, dass sollte man diesen ihr gewähren, denn viele gut betuchte Seniorinnen aus der Hauptstadt sind hier seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten Stammkundinnen…  

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