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Anhaltender Starkregen  - Katastrophenalarm und Wettercode rot für Provinzen im Osten und Süden Belgiens 

Der seit Dienstag anhaltende Regen hat in weiten Teilen Belgiens zu Problemen geführt. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz, um vollgelaufene Keller abzupumpen und viele Straßen sind überflutet. Hinzu kommen Probleme durch überschwemmte oder unterspülte Gleise bei der Eisenbahn und zahlreiche Pfadfinderlager wurden abgebrochen, weil die Lagerplätze und die Zelte unter Wasser stehen. Inzwischen hat das Wetteramt KMI für die Provinzen Lüttich, Luxemburg und Namür Code rot und die Provinzen haben zudem Katastrophenalarm erlassen. Hier fällt gerade so viel Regen, wie normalerweise in einem ganzen Monat - zwischen 50 und 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. 

Es regnet seit Stunden fast im ganzen Land, doch einige Regionen sind stärker betroffen. Das betrifft z.B. Jodoigne, Ottignies und Louvain-La-Neuve in Wallonisch-Brabant oder auch Charleroi. In der Provinz Lüttich hat es die Gegend um Verviers und um Spa stark getroffen. Im Kurort Spa steht die Innenstadt unter Wasser (Video oben) und in einigen Bereichen der Ortschaft ist der Strom ausgefallen. Hier ist mit der Evakuierung von Häusern begonnen worden. Überdies sind Spa und auch die nahegelegene ebenfalls betroffene Ortschaft Theux nur schwer zu erreichen. Hier hat sich die Hoëgne zu einem reißenden Fluss entwickelt, der sich seinen Weg durch die Ortschaft sucht. Hier ist auch ein Campingplatz völlig überflutet worden. Unser Video zeigt u.a. ein Reh, dass in der Stadt einen Ausweg aus seiner misslichen Lage sucht. 

In Chaudfontaine bei Lüttich wurden am Nachmittag rund 1.700 Personen, die in der Innenstadt am Ufer der Weser wohnen, evakuiert. In Trooz, ebenfalls am Ufer der Weser gelegen, steigt der Pegel ebenfalls. In verschiedenen Ortschaften wird die Armee zu Hilfe gebeten, da die örtlichen Hilfsdienste das Problem nicht alleine in den Griff bekommen. 

Zudem ist Bahnstrecke zwischen Verviers und Lüttich unterbrochen, da die Wassermassen in der Weser die Gleise unterspülte und überschwemmte. Schienenersatzverkehr mit Bussen sorgt für die Beförderung der Reisenden und Pendler zwischen diesen beiden Städten. Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB rät aktuell davon ab, eine Bahnreise in Richtung der Provinzen Lüttich, Namür und Luxemburg zu unternehmen. 

Auch an der Bahnlinie entlang der Ourthe zwischen Lüttich und Luxemburg ist der Bahnverkehr unterbrochen. Hier sorgen die Wassermassen für überspülte Gleise in Esneux. Fast überall steigen die Pegel der Flüsse. Die Lütticher Provinzbehörden haben im Laufe des Mittwochs Katastrophenalarm erlassen, denn inzwischen haben mehrere Flüsse ihren Alarmpegel erreicht. Das ist z.B. der Fall bei Weser, Lomme und L'Eau d'Heure. Der Gouverneur der Provinz rät davon ab, derzeit in die besonders betroffenen Regionen zu kommen, auch weil einige Straßen und Zufahrtswege nicht passierbar sind. 

Auch in den Provinzen Namür und Luxemburg wurde Katastrophenalarm erlassen, denn es regnet unaufhörlich weiter und die Pegel der Wasserläufe steigen weiter und weiter. In der Provinz Namür sind vor allem Rochefort, Couvin und Viroinval betroffen. 

(Lesen Sie bitte unter den Fotos und dem Video weiter)

Spa
Spa
Spa
Spa
Spa
Theux
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Ostbelgien

Ebenfalls in der Provinz Lüttich ist auch das deutschsprachige Ostbelgien betroffen. In den Ortschaften Kelmis, Hauset, Lontzen und Raeren wurde die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen gerufen, wo sich das Regenwasser an verschiedenen Stellen in den Ortschaften auf den Straßen. Auch die Landstraße zwischen Eupen und Monschau in NRW wurde am frühen Mittwochmorgen wegen Überschwemmung gesperrt. 

In Eupen sammelte sich Wasser im Zentrum des Ortsteils Nispert und in der Innenstadt an der Klötzerbahn, wie die deutschsprachige Tageszeitung Grenzecho und der Rundfunk BRF melden. Der Stausee an der Wesertalsperre ist sehr voll und es muss Wasser in die Weser abgelassen werden, was aber nur sehr vorsichtig vorgenommen wird, da dieser Fluss in Richtung Lüttich bereits an einigen Stellen über seine Ufer getreten ist (siehe weiter oben). Von Eupen aus in Richtung Verviers und Lüttich werden in den Ortschaften Membach, Baelen, Dolhain und Pepinster ebenfalls Häuser am Ufer der Weser vorausschauend evakuiert. 

Flandern: Limburg und die Voeren

In Flandern ist einmal mehr die Provinz Limburg betroffen. In der Region um Riemst und Bilzen wurden wieder zahlreiche Keller überflutet und ganze Straßenzüge sind unpassierbar wegen der enormen Wassermassen, die weder die Kanalisation, noch die Wasserläufe noch auffangen können. Im Laufe des Mittwochs meldete auch die Voeren-Region stets mehr Probleme durch die Regenmassen und nach steigenden Pegeln. 

(Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter)

Bilzen
Die Demer in Flämisch-Brabant tritt über die Ufer

Pfadfinderlager mussten abgebrochen werden

In den Ardennen und in Ostbelgien mussten am Dienstag und auch in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Pfadfinderlager abgebrochen werden, da der anhaltende Regen viele Wiesen und Zeltplätze überschwemmte. Nicht selten standen auch die Zelte selbst unter Wasser, so das den Lagerleitungen nichts anders übrigblieb, als abzubrechen.

Viele Kinder und Jugendliche wurden in Sporthallen oder anderen kommunalen Räumlichkeiten aufgefangen, bis die z.B. mit Bussen nach Hause fahren konnten. Davon sind viele Pfadfindergruppen aus Flandern betroffen, die ihre Lager traditionell in Süden Belgiens aufbauen. Inzwischen mussten alleine 12 Zeltlager von Scout aus Flandern in den Ardennen aufgrund des nicht aufhörenden Regens abgebrochen werden. Unser Video zeigt ein solches "abgesoffenes" Lager und die Heimkehr von Pfadfinderkindern mitten in der Nacht in Kalmthout bei Antwerpen. 

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Couvin in der Provinz Namür
Couvin
Trügerische Idylle in den Ardennen...

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