Leuten aus Lontzen bei Lüttich reicht das Wasser bis zu den Schultern.

Hochwasser fordert sechs Menschenleben in Belgien, König Filip besucht Chaudfontaine, Maas bedroht Lüttich

Die sintflutartigen Regenfälle haben seit Mittwoch in Belgien mindestens sechs Menschenleben gefordert. Besonders hart geprüft werden die Provinzen Lüttich und Limburg. König Filip soll am Donnerstagnachmittag, zusammen mit Innenministerin Annelies Verlinden das Städtchen Chaudfontaine besuchen. Mittlerweile wurde beschlossen, dass die Rettungsaktionen auf föderaler Ebene koordiniert werden. 

Dauerregen und Überschwemmungen haben seit Mittwoch mindestens sechs Todesopfer gefordert.

In Eupen, in der deutschsprachigen Gemeinschaft, war ein 22-Jähriger mit einem Schwimmreifen ins Wasser gesprungen. Kurze Zeit später wurde er in einem Bach tot geborgen. In Verviers gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass vier Menschen in Folge der Überschwemmungen tot geborgen wurden. Auch in Aywaille, einem Vorort von Lüttich forderte das Unwetter am Mittwoch ein Menschenleben. Dort ertrank ein 51-jähriger Mann in seinem Keller, als er versuchte der Überschwemmung Herr zu werden. Das gab der Bürgermeister von Aywaille bekannt. 

Das 15-jährige Mädchen, das am Mittwochabend in Marcourt in die Ourthe gestürzt war, konnte bislang nicht gefunden werden. 

Lüttich befürchtet weiteren Anstieg der Maas

In  Lüttich herrscht höchste Alarmbereitschaft, nachdem die Maas dort seit dem Nachmittag über die Ufer tritt. Alle Bewohner in der Nähe der Maasufer sind aufgefordert worden, ihre Wohnungen zu verlassen und höher gelegene Orte in der Stadt aufzusuchen. In Grivegnée wurde ein Aufnahmezentrum eingerichtet und es werden Zimmer in nahegelegenen Hotels zur Verfügung gestellt.  

Die Geschäfte an den Ufern der Maas mussten um 15 Uhr schließen. 

"Die Situation ist kritisch. Wir gehen davon aus, dass das Wasser um weitere eineinhalb Meter steigen wird", sagte die amtierende Bürgermeisterin von Lüttich, Christine Defraigne, am Donnerstagmittag. 

Lüttich an der Maas
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