Vorläufige Bilanz der Hochwasserkatastrophe: 27 Tote, 103 Menschen gelten als vermisst

Die Zahl der Todesopfer durch die Flut der letzten Tage ist auf 27 gestiegen. Dies geht aus der jüngsten Einschätzung des Krisenzentrums hervor. Es ist wahrscheinlich, dass diese Zahl noch weiter steigen wird. Im Moment sind noch 103 Personen vermisst oder unerreichbar. Die Einsatzkräfte führen weiterhin Suchaktionen in den betroffenen Regionen durch.

Dies bedeutet nicht, dass alle von ihnen verletzt oder tot sind. Viele Menschen haben zum Beispiel noch keine Gelegenheit gehabt, mit ihren Angehörigen Kontakt aufzunehmen. Sie haben zum Beispiel ihre Telefone während der Flut verloren oder können sie nicht aufladen, weil sie keinen Strom haben. Einige Menschen wurden auch ohne Ausweis oder Papiere ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Lagebericht vom Samstagabend

Samstagnachmittag wurden drei weitere Leichen in der Gemeinde Esneux gefunden. In Hamoir wurde ein Opfer geborgen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 27.

In Esneux endete der Evakuierungsplan Freitag um 22 Uhr. Die Rettungsdienste besuchen nun alle Häuser. "Nach den ersten beiden Opfern wurde gegen 14 Uhr eine dritte Leiche gefunden. Es besteht die Gefahr, dass diese Zahl Saldo in den nächsten Stunden weiter steigt", sagte Bürgermeisterin Laura Iker.

In Hamoir bestätigte der Bürgermeister Michel Legros, den Tod eines 70-Jährigen in Comblain-la-Tour, wie die Mediengruppe Sudpresse berichtet. "Die schlechte Nachricht wurde gestern Abend gegen 23.30 Uhr bekannt. Wir hatten gehofft, dass wir diese Art von Drama hätten vermeiden können, aber das ist nicht der Fall."Dutzende Menschen werden noch vermisst. Die Rettungskräfte ziehen in den betroffenen Gemeinden von Haus zu Haus, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr in Gefahr befindet.

Im ganzen Land sind etwa 120 Kommunen betroffen. Stellenweise ist die Lage weiterhin sehr unübersichtlich. Die Arbeit der Rettungskräfte wird erschwert, weil beschädigte Straßen den Zugang erschweren. Auch die Energie- und Wasserversorgung ist noch nicht überall wiederhergestellt.

Ein Überblick der Situation in den verschiedenen Provinzen:

Lüttich

Die Operationen zur Rettung von Menschen sind fast beendet. Die Rettung von Tieren und verschiedene technische Einsätze vor Ort erfordern nun einen hohen Aufwand.

Luxemburg

Es gibt immer noch Probleme mit dem Stromnetz und dem Trinkwasser. Die Gemeinden helfen bei der Verteilung des Trinkwassers.

Namür

Die Situation stabilisiert sich, der Wasserstand sinkt. Die Gemeinden suchen nach Unterkünften für die betroffenen Einwohner und verteilen Trinkwasser. Es gibt immer noch Probleme mit dem Strom- und Telefonnetz.

Wallonisch Brabant

Die Situation in Wavre und Tubize bleibt kritisch, aber der Wasserstand sinkt.

Hennegau

Immer noch viel Wasser, aber die Situation stabilisiert sich.

Limburg

Der Wasserstand der Maas geht langsam zurück. In Maaseik hat der Deich standgehalten. Die Bemühungen, den Deich zu erhöhen, zahlten sich aus. Der Wasserstand der Velpe steigt nach Verlaut jedoch weiter. Wenn keine Lösung gefunden wird, können Häuser überflutet werden.

Flämisch Brabant

Die Hot Spots sind im Moment die Gemeinden Rotselaar und Zoutleeuw. Dort könnte sich die Situation im Laufe des Nachmittags verschlechtern. In Rotselaar sind ein Dutzend Häuser von den Bächen Winge und Grote Losting bedroht, das Demer-Becken befindet sich an einem kritischen Punkt. Darüber hinaus sind die Dörfer Boortmeerbeek und Kampenhout von überschwemmungen bedroht. Der Pegel der Kleinen Gete sinkt in Orsmaal und Linter, es kommt aber immer noch zu kritischen Situationen.

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