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Sechs belgische IS-Frauen und ihre zehn Kinder wurden aus Syrien repatriiert

Sechs belgische Frauen, die früher der terroristischen IS-Ideologie anhingen, und ihre zehn Kinder sind am Freitagabend mit einem Flugzeug aus ihrem Flüchtlingslager in Syrien zurück nach Belgien überstellt worden. Es ist das erste Mal, dass die belgischen Behörden Erwachsene mit Verbindungen zum IS wieder aufnehmen. 

Die sechs Frauen wurden alle bei ihrer Ankunft sofort inhaftiert. Fünf von ihnen sind bereits in Abwesenheit wegen Terrorismus verurteilt worden. Ihre Kinder wurden dem zuständigen Jugendrichter überstellt, der Maßnahmen im Rahmen des Jugendschutzes einleitete. Sie sind zwischen 2 und 9 Jahre alt und einige sind unterernährt. Alle werden anderweitig untergebracht und erhalten eine Sonderbehandlung.

Die Rückführung folgt einer Entscheidung des belgischen Nationalen Sicherheitsrates vom März. Im syrischen Lager wurden DNA-Untersuchungen durchgeführt, um die Identität der Frauen zu bestätigen, und alle sechs mussten sich von der Ideologie der Terrormiliz IS lossagen, bevor sie nach Belgien zurückkehren durften.

Es bleibe abzuwarten, ob nun alle terroristischen Risiken beseitigt seien, sagt der belgische Bundesstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw: "Wir haben nie eine 100-prozentige Garantie. Ich sehe nur, dass andere westliche Regierungen das Gleiche tun", sagte er VRT NWS.

Die Situation im syrischen Lager sei dramatisch und könne auch eine Quelle für neue terroristische Ideologien und Bedrohungen werden, unterstreicht er. "Es könnte der Neustart eines neuen IS sein und es war an der Zeit, dass wir unsere Verantwortung übernehmen." Van Leeuw fügt hinzu, dass es den Kindern nicht gut geht und er hofft, dass sie in Belgien ein normales Leben führen können.

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