Flutkatastrophe: Zahl der Todesopfer in Belgien steigt auf 31, 127 Menschen werden vermisst

Die offizielle Zahl der bei der Flut in unserem Land getöteten Menschen ist von 28 auf 31 angestiegen. Die Zahl der "vermutlich vermissten oder nicht erreichbaren" Personen ist von 103 auf 127 gestiegen. Das Krisenzentrum bittet alle, die noch keinen Kontakt zu ihren Angehörigen oder Freunden aufnehmen konnten, dies dem Rettungsdienst zu melden. Ab heute wird die ‚Zelle Vermisste Personen‘, eine Sonderkommission der belgischen Bundespolizei, mit aktiven und gezielten Suchaktionen beginnen, was eine große Aufgabe sein wird.

Alain Remue (Foto) ist der Leiter der Vermisstenabteilung der belgischen Polizei (‚Zelle Vermisste Personen‘): "Ich kann mir vorstellen, dass einige der Vermissten einfach nicht in der Lage waren, Freunde oder Verwandte zu kontaktieren.  Inzwischen müssen wir uns aber Sorgen machen, wo diese Menschen geblieben sind."

Es gibt eine große Anzahl von Menschen, von denen wir bisher noch kein Lebenszeichen erhalten haben
Alain Remue, Leiter der ‚Zelle Vermisste Personen‘

Remue leitet die Einheit seit 1995 und der Ära Dutroux. Er stellt klar, dass das, was wir heute erleben, beispiellos sei.  „Unsere Suche wird eine systematische sein.  Es gibt eine große Anzahl von Menschen, von denen wir bisher noch kein Lebenszeichen erhalten haben."

Der Polizeibeamte stellte klar, dass die Zahl der 163 Vermissten in diesem Kontext gesehen werden  sollte.  Sie ist das Ergebnis von Informationen, die der Polizei und den Rettungsdiensten zur Verfügung gestellt wurden.  Remue hofft, mit einer kurzen Liste arbeiten zu können, um gezielte Suchaktionen zu ermöglichen.  "Es kann durchaussein, dass manche Menschen einfach ihr Handy verloren haben oder im Krankenhaus liegen und nicht identifiziert werden können."

Noch mehr Todesopfer?

"Die erste Phase nach der Flut war eine reine Rettungsaktion.  Ab heute beginnen wir mit einer Phase, in der wir nach Leichen suchen. Wir müssen ehrlich sein."

"Wo werden wir die Leichen finden?  Wir interessieren uns für alle Orte, die von den Überschwemmungen heimgesucht wurden.  Es ist ein riesiges Gebiet: die Provinzen Lüttich und Namur, ein Teil von Belgisch-Luxemburg“, so Remue im Interview mit VRT NWS.

"Normalerweise schicken wir in solchen Situationen Hilfe ins Ausland.  Heute ist es genau umgekehrt.  Das ist eine enorme Herausforderung, aber es gibt eine großartige Zusammenarbeit und wir haben Mittel und verschiedene Dienste zur Verfügung.  Trotzdem wird es nicht einfach werden."

Neue offizielle Bilanz: 31 Tote und 127 Vermisste

Derzeit seien offiziell 31 Menschen in den Überschwemmungen der vergangenen Woche gestorben, sagte Bart Raeymaekers, Generaldirektor des nationalen Krisenzentrums, auf einer Pressekonferenz. "Aber diese Zahl wird in den kommenden Stunden und Tagen wahrscheinlich weiter steigen." 19 Opfer sind bereits identifiziert worden.

210 Patienten haben in den verschiedenen Notaufnahmen Hilfe gesucht. 54 Menschen sind noch im Krankenhaus. 127 Menschen gelten als vermisst oder werden noch vermisst.

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