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Belgien begeht nationalen Trauertag für die Opfer des Hochwassers

An diesem Dienstag begeht Belgien einen nationalen Volkstrauertag für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten des Landes. Bislang wurden offiziell 31 Tote gezählt und 53 Personen werden noch immer vermisst.

Am Vorabend des Nationalfeiertags wehen die Fahnen an den offiziellen Gebäuden in Belgien auf Halbmast. Zu Ehren der Opfer des Hochwassers und ihrer Angehörigen wird um 12 Uhr auch eine Schweigeminute stattfinden. In den Feuerwehrkasernen werden die Sirenen losgehen. König Philippe, Premierminister Alexander De Croo und der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo werden die Gedenkminute in Verviers verbringen. Um 13 Uhr hält König Filip seine Ansprache zum 21. Juli.  

Die belgische Regierung hatte am Freitag beschlossen, einen Volkstrauertag zu halten, nachdem bei der Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten des Landes in der vergangenen Woche mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen sind.  Noch immer werden über 53 Menschen vermisst.  

Gestern hatte das Krisenzentrum gemeldet, dass die Zahl der vermissten Personen im Katastrophengebiet auf 70 gesunken sei. In einem Update von 17 Uhr teilte das Krisenzentrum am Dienstag mit, die Zahl der Vermissten liege inzwischen bei 53.

Um 14 Uhr meldete das Krisenzentrum noch 166 Personen als vermisst, doch inzwischen wurde für 63 Personen ein Lebenszeichen gefunden.   

Derzeit liegt die Zahl der Verstorbenen bei 31, von denen 30 offiziell identifiziert wurden.

Die letzte Staatstrauer in Belgien war nach den terroristischen Anschlägen in Zaventem und in der Brüsseler Metro, im März 2016, verhängt worden. 

Staatstrauer nach Katastrophen, von Marcinelle bis Sierre

In den letzten Jahrzehnten wurden in Belgien mehrere Volkstrauertage begangen, ausgelöst von schlimmen Ereignissen oder dem Tod eines Königs, die das ganze Land erschüttert haben.  

  • Am 13. August 1956, nach dem Grubenunglück in Marcinelle am 8. August, bei dem 262 Menschen starben. 
  • Am 22. Mai 1967, nach dem Brand im Kaufhaus Innovation in Brüssel, bei dem 251 Tote zu beklagen waren 
  • Vom 31. Juli bis 9. August 1993 galten neun Tage Staatstrauer nach dem Tod von König Baudouin.
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  • Am 14. April 1994, nach der Ermordung von zehn belgischen Blauhelmen in Ruanda.  Seitdem werden am 7. April jedes Jahr alle Soldaten und Zivilisten gedacht, die bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen sind. 
  • Am 4. August 2004, nach der Explosion einer Gasleitung in Ghislenghien am 30. Juli, bei der 24 Menschen starben und 132 verletzt wurden. 
  • Am 16. März 2012, nach dem Unfall eines Reisebusses mit belgischen Schulkindern in Sierre, in der Schweiz: 28 Menschen starben, 24 wurden verletzt. 
  • Vom 6. bis 12. Dezember 2014 galten sieben Tage Staatstrauer nach dem Tod von Königin Fabiola am 5. Dezember. 
  • Vom 22. bis 24. März 2016 wurden drei Tage Staatstrauer nach den Terroranschlägen in Brüssel und Zaventem am 22. März verhängt: Bei den Anschlägen starben 35 Menschen und über 340 wurden verletzt. 
Trauertag nach dem Busunglück von Sierre
Yorick Jansens

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