Hungerstreik der Migranten ohne Bleiberecht im Beginenhof von Brüssel vorerst zu Ende

Die Migranten, die Ende Mai in der Brüsseler Beginen-Kirche mit der Forderung nach Bleiberecht in den Hungerstreik und seit einigen Tagen auch in den Durststreik getreten waren, haben ihre Aktion vorerst ausgesetzt. Sie möchten wieder trinken und beenden ihren Hungerstreik vorerst. Die Nachricht wurde VRT NWS vom Staatssekretär für Asyl und Migration Sammy Mahdi (CD&V, flämische Christdemokraten) bestätigt. 

Der Hungerstreik hatte am 23. Mai im Brüsseler Beginenhof und in den Gebäuden der Brüsseler Universitäten VUB und ULB begonnen, mit etwa 400 Hungerstreikenden. Sie forderten eine kollektive Legalisierung mit gültigen Aufenthaltspapieren, um definitiv in Belgien bleiben zu können. Die Aktion im Beginenhof wurde ausgesetzt, es ist noch nicht klar, ob auch die anderen Hungerstreikenden aufhören werden oder nicht. 

Ende letzter Woche hatten die am Hungerstreik Beteiligten auch beschlossen, nicht mehr zu trinken, wodurch sich ihr Zustand weiter verschlechterte. Dies führte zu politischen Spannungen, weil die französischsprachigen Sozialisten der PS gedroht hatten, die Regierung zu verlassen, wenn ein Hungerstreikender sterben würde. Die französischsprachigen Grünen Ecolo schlossen sich dieser Position an

Daraufhin wurde ein "Sondergesandter" ernannt, um die Situation zu entschärfen, in der Person von Dirk Van den Bulck, der Generalkommissar für Flüchtlinge und Staatenlose.

Nun scheint es also ein vorläufiges Ende der Aktion zu geben - zumindest teilweise. Die Hungerstreikenden in der Beginen-Kirche würden ab morgen in die wenige hundert Meter entfernte neutrale Zone umziehen, heißt es.

"Konnten sie überzeugen"

Die Beteiligten haben sich selbst dafür entschieden, ihre Aktion zu beenden: "Es ist gut, dass wir mit der Zivilgesellschaft die Menschen davon überzeugen konnten, dass eine kollektive Legalisierung keine Lösung ist, sondern dass die bestehenden Verfahren korrekt und human sind und bleiben werden. Deshalb werden wir die Menschen in der neutralen Zone weiterhin über die bestehenden Bleiberechtsverfahren informieren", reagiert der zuständige Staatssekretär für Asyl und Migration Sammy Mahdi (CD&V).

Auf Twitter fügt er hinzu: "Für mich war das kein Kampf gegen Menschen, sondern für eine richtige Politik. Hoffentlich wurde dadurch niemand dauerhaft geschädigt."

In den letzten Tagen und Wochen mussten Dutzende Beteiligte ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Derzeit werden Menschen ins Krankenhaus verlegt, von denen einige auf die Intensivstation müssen", berichtete Mahdis Büro.

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