Altes Gaswerk in Vilvoorde

Kalte Dusche für Atomausstieg: Lizenz für Gaskraftwerk in Vilvoorde verweigert

Die Provinz Flämisch-Brabant hat Engie/Electrabel eine Betriebslizenz für das Gaskraftwerk in Vilvoorde verweigert. Das Werk in Vilvoorde sollte, zusammen mit zwei oder drei anderen Anlagen, den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2025 ermöglichen. "Unserer Meinung nach ist der Standort Vilvoorde einer der besten Standorte in Belgien, um ein neues Gaskraftwerk mit minimaler Umweltbelastung zu bauen", teilte Engie/Electrabel mit. Den Provinzbehörden zufolge würde das geplante Gaswerk die Umweltauflagen nicht einhalten und würde es die Umwelt zu sehr belasten. 

“Die Ergebnisse der Umweltprüfung hat ergeben, dass die Gasanlage zu viel Stickstoff, CO2 und Ammoniak ausstoßen würde", erklärte Gunther Coppens (N-VA) und Mitglied der Provinzverwaltung: "Das Projekt verstößt gegen die strengeren Stickstoffnormen, die von der flämischen Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) angekündigt wurden. Außerdem könnte die Stadt Vilvoorde ihren Klimaplan (Klimaneutralität bis 2025) wegen dieses Gaskraftwerks nicht erfüllen."  

Das geplante Kraftwerk in Vilvoorde sollte den geplanten Atomausstieg der belgischen Regierung vorantreiben. Bis 2025 will die Regierung die Kernkraftwerke schließen und Gaskraftwerke bauen, um genügend Energie erzeugen zu können. Im April hatte die Provinz Limburg ebenfalls beschlossen, dem Gaskraftwerkprojekt in Dilsen-Stokkem die Betriebslizenz zu verweigern. 

Engie reagierte überrascht auf das Nein aus Vilvoorde: "Unserer Meinung nach ist der Standort Vilvoorde einer der besten in Belgien, um ein neues Gaswerk mit minimaler Umweltbelastung zu bauen. (…) Beim Entwurf dieses Projekts haben wir uns bemüht, die Auswirkungen auf die Umwelt und die Umgebung zu minimieren. Diese Bemühungen wurden in einer einstimmig positiven Stellungnahme des zuständigen Umweltgenehmigungsausschusses der Provinz anerkannt, einem Gremium mit Vertretern aller flämischen Regierungsstellen und einer Reihe von Experten. Es ist höchst ungewöhnlich, dass die Provinzverwaltung dem Rat des Ausschusses nicht folgt.  

Laut Gunther Coppens von den flämischen Nationalisten hat die Weigerung der Provinz Flämisch-Brabant nichts damit zu tun, dass seine Partei gegen den Atomausstieg ist. "Man kann sich immer noch an Minister Demir und die flämische Regierung wenden, und dort werden wir weiter entscheiden müssen", sagt Coppens. Der Vorsitzende der N-VA, Bart De Wever, hat die Provinz Flämisch-Brabant auf Twitter zu ihrer Entscheidung beglückwünscht.

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