"Es ist wichtig, dass sich Impfgegner mit den richtigen Informationen auseinandersetzen"

Um (jüngere) Impfgegner zu überzeugen, sich doch impfen zu lassen, ist es sehr wichtig, dass sie mit den richtigen Informationen in Kontakt kommen. Das sagt die Professorin für Kommunikationswissenschaften Karolien Poels (Universität Antwerpen), die sich mit Impfzweifeln befasst. "Es gibt immer noch einen Mangel an Vertrauen unter den Zweiflern. Sie zweifeln an der Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs und daran, wie die Regierung damit umgeht. Und das alles wird durch Desinformation angeheizt."

Vor allem junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren zweifeln noch immer am Nutzen der Corona-Impfung. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, sie mit den richtigen Argumenten zu überzeugen, so Poels. "Der Gruppenzwang spielt in dieser Hinsicht eine große Rolle. Je mehr die jüngere Zielgruppe nämlich davon überzeugt ist, dass die Impfung eine kollektive Maßnahme zum Schutz anderer ist, desto höher ist ihre Bereitschaft sich impfen zu lassen. Außerdem sieht diese Zielgruppe oft nicht das Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Wir müssen sie also davon überzeugen, dass die langfristigen Folgen einer Infektion potenziell gefährlicher sind als das theoretische Risiko des Impfstoffs".

Dieser gesamtgesellschaftliche Nutzen kann auch mit einer individuellen Vorteil verbunden werden. "Schließlich macht die breitflächige Impfung es möglich, dass langfristig die Corona-Beschränkungen abgebaut werden können", fügt sie hinzu. Eine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung ist nach Ansicht von Poels keine gute Idee. "Eine Verpflichtung hat oft den gegenteiligen Effekt auf Zweifler. Das Gefühl der Entscheidungsfreiheit ist für sie sehr wichtig".

Meist gelesen auf VRT Nachrichten