Keine zweite Medaille für belgischen Radprofi Wout Van Aert: "Vielleicht das Rennen zu viel"

Der Slowene Primoz Roglic hat sich überzeugend zum Olympiasieger im Zeitfahren gekrönt. Der Niederländer Tom Dumoulin und der Australier Rohan Dennis holten Silber und Bronze. Für die Belgier Van Aert (6., Foto) und Evenepoel (9.) war keine Medaille drin.

Das olympische Zeitfahren war zeitweise superspannend. Nach 10 Kilometern betrug die Zeitdifferenz zwischen den ersten 7 nur 10 Sekunden. Van Aert lag bei der ersten Zeitkontrolle auf Platz 4, 4 Sekunden hinter dem erstplazierten Italiener Ganna. Dann waren die belgischen Medaillenhoffnungen noch lebendig.

Als Van Aert nach 15 Kilometern bis auf 4 Hundertstel an den Führenden Roglic herankam, schien unser Landsmann noch in Bestform zu sein. Aber auf halber Strecke wurde klar, dass Roglic heute deutlich besser drauf war. Van Aert fiel aus den Medaillenrängen heraus und das bestätigte sich Laufe des Rennens weiter.

Wout van Aert, der am Samstag noch Silber im Straßenrennen gewann, musste sich heute mit Platz 6 begnügen, 1:40 Minuten hinter seinem slowenischen Teamkollegen bei Jumbo-Visma.

Mit Remco Evenepoel (9.) landete auch der zweite Belgier in den Top 10. Er fuhr 37 Sekunden langsamer als Van Aert.

Van Aert hält 15 Kilometer lang das Tempo von Roglic mit

Wout van Aert konnte fünfzehn Kilometer lang mit Roglic mithalten, doch dann traf er den Mann mit dem Hammer: "Auf dem langen Stück bergauf war ich völlig am Ende, bis hin zu Krämpfen. Ich habe vielleicht mehr als eine Minute verloren.“

"Natürlich war ich hier für viel mehr angetreten, aber heute war ich nicht gut genug. In der zweiten Runde konnte ich das Tempo, mit dem ich angefangen hatte, nicht mehr halten. Ich wusste, dass das nötig war, um zu gewinnen. In der letzten Abfahrt konnte ich mich erholen, aber es war nicht gut genug."

Hat das anstrengende Straßenrennen heute seinen Tribut gefordert? "Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, aber ich bereue es nicht. Ich konnte heute entspannt starten, weil ich wusste, dass ich bereits eine Medaille in der Tasche hatte.

"Bildlich gesprochen, habe ich gesehen, dass ich nicht annähernd das Niveau erreicht habe, das ich erreichen kann. Vielleicht war es das Rennen zu viel."

Die Podiumsplätze im Zeitfahren wurden alle von Fahrern belegt, die nicht an der Tour de France teilgenommen haben. "Theoretisch sind sie tatsächlich frischer. In den letzten Tagen der Tour hatte ich das Gefühl, dass es Zeit war, aufzuhören, aber ich werde kein Interview voller Ausreden geben. Ich war heute einfach nicht gut genug.“

Trotz dieses weniger schönen Tages blickt Van Aert mit Zufriedenheit auf seine Zeit in Tokio zurück. "Wenn man zu den Spielen kommt und mit einer Medaille nach Hause geht, ist das das Größte. Das hat mir die Ruhe gegeben, heute abzureisen, aber natürlich hätte ich gerne Gold geholt.

Das Video ist nicht mehr verfügbar

Meist gelesen auf VRT Nachrichten