Brussels Airlines verbucht auch im zweiten Corona-Jahr herbe Verluste

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines verbuchte im ersten Halbjahr 2021 rund 143 Mio. € Verlust. Das ist zwar ein um einiges geringerer Verlust im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum, doch die roten Zahlen sind deutlich. Auch aus diesem Grunde will die Airline keine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr 2021 abgeben.

Zwischen Januar und Ende Juni 2020, auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle, verbuchte Brussels Airlines einen Verlust von etwa 211 Mio. €. Im gleichen Zeitraum in diesem Jahr liegt der Verlust mit 143 Mio. € zwar um einiges niedriger, doch die Lufthansa-Tochter bleibt in den tiefroten Zahlen. 2020 beliefen sich die Gesamtverluste auf etwa 332 Mio. €.

Noch immer hätten die Buchungen das Niveau der Zeit vor Corona nicht erreichen können, auch wenn in diesem Sommer deutlich mehr Flüge ins Ausland gebucht wurden, als letztes Jahr.

Noch immer befindet sich die Welt im Griff der Corona-Gesundheitskrise und deshalb will auch Brussels Airlines vorerst keine Prognose für den Geschäftsabschluss 2021 abgeben. Für die Fluggesellschaft heißt es jetzt, mit einem bangem Gefühl den kommenden Winter abzuwarten. Kommt eine 4. Corona-Welle, erholt sich der Reisesektor in Europa wieder signifikant? 

Sozialkonflikt durch zu hohen Arbeitsdruck

Hinzu kommt aktuell noch ein Problem zwischen der Gesellschaft und ihrem Personal. Die Beschäftigten, allen voran das Kabinenpersonal, beklagen sich seit einiger Zeit über einen zu hohen Arbeitsdruck. Die Gewerkschafen bemängeln, dass Brussels Airlines nicht genug Personal aus der Kurzarbeit (durch Corona) zurückruft. Deshalb müssen zu wenige Leute die Arbeit bewerkstelligen, die derzeit zu leisten sei.

Aber, zu Streiks soll es nicht kommen, denn das Personal will diesen Arbeitskampf nach eigenen Angaben „nicht auf dem Rücken der Fluggäste austragen“. Nächste Woche wird es neue Verhandlungen geben, denn die von der Direktion vorgelegten Lösungsvorschläge reichen den Gewerkschaften noch nicht. Die betroffenen Mitarbeiter weisen mit Infoflyern auf ihre Probleme hin. 

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