Polizeibeamte dürfen sich eine Stunde Sport pro Woche als Arbeitszeit anrechnen lassen

Belgische Polizeibeamte, die außerhalb ihrer Schicht eine Stunde laufen oder Rad fahren, dürfen sich diese Tätigkeit als Arbeitsstunde anrechnen lassen. Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) will die Beamten auf diese Weise anregen, sich fit zu halten. Das schreibt Het Nieuwsblad

Die Bundesinnenministerin hofft, dass Polizisten mental und körperlich gesünder bleiben, wenn sie die Möglichkeit haben, sich mehr zu bewegen. Deswegen dürfen sich Polizisten, die nach ihrer Arbeitszeit Sport treiben, davon eine Stunde pro Woche als bezahlt Arbeit anrechnen lassen. 

“Verschiedene Polizeibeamte können auch während ihrer Schicht trainieren", erklärte An Berger, die Sprecherin der Bundespolizei: "Je nachdem sind sie manchmal sogar verpflichtet, während ihrer Arbeitszeit Sport zu treiben. Für andere besteht diese Möglichkeit nicht, zum Beispiel weil sie im Schichtdienst arbeiten. Jetzt aber zählt auch eine Stunde Sport außerhalb des Dienstes als Arbeitszeit.” 

Ausgeschlossen: gefährliche Sportarten und Denksport

Nahezu alle Sportarten sind förderfähig, ausgenommen gefährliche Sportarten wie Motorsport, Bungee-Jumping oder Wildwasserkajakfahren. Denk- und Geschicklichkeitssportarten wie Schach, Billard und Taubensport sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Polizeibeamten müssen auch nicht Mitglied in einem Sportverein werden: "Es reicht, wenn sie eine Stunde lang alleine spazieren gehen oder Rad fahren. Der Beamte muss eine ehrenwörtliche Erklärung abgeben, dass er dies getan hat", so Berger. 

Im Prinzip gelten die Regeln für alle Polizeibeamten, aber es sind die Leiter der lokalen Polizeizonen die entscheiden, ob sie dem System beitreten wollen. 

Professor für Arbeitsmedizin: Schaffen von Teamgeist ist wichtig

Lode Godderis, Professor für Arbeitsmedizin an der KULeuven, ist der Meinung, dass die Maßnahme eine motivierende Wirkung haben kann: "Sie zeigt, dass eine fitte Polizei wichtig ist und eröffnet Möglichkeiten. Die Maßnahme senkt auch die Einstiegsschwelle, mit dem Sport zu beginnen.” Godderis glaubt aber, dass vor allem bei den lokalen Polizeikräften zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein werden und dass ein Teamgeist entstehen muss, um die Polizei noch mehr in Bewegung zu bekommen. “Wenn man auf diese Weise ein Teamgefühl schafft, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit abnimmt, dass Polizeibeamte diese Stunde angeben und bezahlt werden wollen, ohne tatsächlich Sport getrieben zu haben.” 

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