James Arthur Photography

Drei Wochen nach der Katastrophe: Belgiens Armee hilft mit Koordinierung und Feldküchen in den Hochwassergebieten

Die belgische Armee übernimmt die Koordination der Verteilung von Lebensmitteln in den vor 3 Wochen von der schweren Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten im Wesertal in der Provinz Limburg. Die Armee richtet Kontaktstellen und kocht auch selbst für die Betroffenen. Der Einsatz erfolgt auf Bitten der Kommunen und der Wallonischen Region.

In einer ersten Instanz werden Mannschaften an diesem Montag in den Brennpunktregionen analysieren, wo welche Hilfe notwendig ist und sie werden Kontaktstellen einrichten, an die sich Betroffene wenden können. 

In den schwer getroffenen Ortschaften Pepinster und Chaudfontaine werden Feldküchen eingerichtet, in denen für die Bevölkerung und die Helfer vor Ort warme Mahlzeiten gekocht werden. Die Verteilung von Lebensmitteln wird in den betroffenen Kommunen wird von einer Zentrale der Armee aus koordiniert.

Die Armee hilft von Anfang an im Hochwassergebiet im Wesertal, z.B. bei der Rettung und Evakuierung von Menschen in den Tagen nach der Katastrophe, beim Abpumpen von Wasser, bei der Lieferung von Sandsäcken oder von Feldbetten und Zelten, bei den Aufräumarbeiten und auch bei der Verteilung von Lebensmitteln.

Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) sagte zur Arbeit der Armee: „Heute verstärkt sie ihre Aktion, was die Koordinierung und die Verteilung von Lebensmitteln betrifft. Dies erfolgt auf Nachfrage der Gemeinden und von Ministerpräsident Elio Di Rupo, mit dem ich täglich in Kontakt bin.“ 

Weitere Hilfe, Finanzfragen und die Folgen von Einsparungen

Das belgische Finanzministerium wird den von der Überflutung des Wesertals nach schweren anhaltenden Regenfällen und umstrittenen Staudammöffnungen betroffenen Haushalten aktiv helfen und schickt rund 200 Mitarbeiter in die betroffenen Gemeinden. Nach Angaben von Bundesfinanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) sollen die Mitarbeiter seines Ministeriums den Betroffenen, die nicht selten alles verloren haben, mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie mit allen notwendigen Dokumenten versorgen. Das kann z.B. laufende Hypotheken betreffen, oder auch Steuer- und Versicherungsfragen sowie schwer getroffene Geschäftsleute.

Die wallonische Landesregierung und der Versicherungssektor führen derzeit Gespräche darüber, in welchem Maße die Versicherungen mit einen größeren Teil als gesetzlich vorgeschrieben bei der Vergütung von Schäden beitragen können. Ministerpräsident Di Rupo (PS) und der belgische Sektorverband Assuralia bleiben allerdings sehr diskret in dieser Sache. Der Katastrophenfonds in Belgien ist im Zuge der sechsten Staatsreform zur Sache von Ländern und Regionen geworden und so muss die wallonische Landesregierung für die entstandenen Schäden z.B. an der allgemeinen Infrastruktur, aufkommen.

Bei der Hilfe in den Katastrophengebieten in den Provinzen Lüttich, Namür, Luxemburg und Limburg lief nicht alles glatt, was auch die belgische Armee selbst eingestanden hat (siehe nebenstehenden Beitrag). Inzwischen meldet die Behördengewerkschaft VSOA, dass seit der Reform des belgischen Zivilschutzes am 1. Januar 2019 bei dieser Behörde rund 810 Mitarbeiter eingespart worden sind. Auch wurden seinerzeit 4 der 6 Standorte und Kasernen des Zivilschutzes geschlossen. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten