Ann Wauters: Sie hört nach den Olympischen Spielen als professionelle Basketball-Spielerin auf

"Solche Sprüche gehören nirgendwo hin, auch nicht in die Kneipe"

Ann Wauters (Foto) von den Belgian Cats, dass ist die Nationalmannschaft der Basketballspielerinnen, will sich irgendwann auf ein Gespräch mit dem suspendierten VRT-Sportjournalisten Eddy Demarez einlassen. Dieser hatte sich vor einigen Tagen abschätzig über die Neigungen und das Aussehen einiger Spielerinnen geäußert, doch dabei war dessen TV-Mikrophon im Rahmen einer Livestream-Übertragung noch angeschaltet und alle Zuschauer konnten dies mithören. Dies sorgte für einen Aufschrei in ganz Flandern - auch in der Sporza-Redaktion in unserem Hause.

Ann Wauters ist die Kapitänin der Belgian Cats und nach den Äußerungen von VRT- und Sporza-Journalist Eddy Demarez über die Neigungen und das Aussehen von ihr und ihren Mannschaftskolleginnen fordern sie, ihre Mannschaft und auch der belgische Basketballverband, dass Demarez beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk entlassen wird. Diese Forderung wird mit angekündigten rechtlichen Schritten unterstrichen.

Wauters selbst will aktuell noch nicht mit Demarez sprechen, auch nicht, nach dem sich dieser öffentlich entschuldigt hat und sich gesprächsbereit zeigt.

Am Montagmorgen sagte Ann Wauters zu dem Vorfall beim VRT-Sender Radio 1: „Ich glaube, dass es sowieso eine Mentalitätsveränderung geben muss. Wenn wir hören, dass dies kein Einzelfall ist und das einige Leute jetzt denken, ‚Uff, bin ich froh, dass mein Mikro nicht mehr angeschaltet war‘, muss es zu einer großen Veränderung kommen. Solche Sprüche gehören nirgendwo hin, auch nicht in die Kneipe, wie man gerade lesen kann.“ 

Sporza-Kollege Karl Vannieuwkerke: „Die Belgian Cats sind ein Beispiel dafür, wie die Welt heute aussehen könnte…“

Karl Vannieuwkerke (Foto unten), Kollege von Eddy Demarez in der VRT-Sportredaktion Sporza, sagte in der letzten Livesendung der Sendereihe „Von hier bis Tokio“ am Sonntag, dass er den Vorfall um die Belgian Cats und seinen Kollegen sehr bedauere: „Diese Botschaft ist für die Belgian Cats, um ihnen beizustehen. Wir finden es begreiflich und es schmerzt uns sehr, dass die Cats durch einen peinlichen Moment in unserer Sporza-Redaktion gestern, so niedergeschlagen sind. Sie sind seit Jahren in unseren Herzen und vor folgen ihnen seit Jahren aus der ersten Reihe.“

„Wir haben die Spielerinnen als starke Topsportlerinnen kennengelernt, aber auch als feine und sensible Menschen. Sie wollen gemeinsam ein Ziel erreichen, ungeachtet ihrer Herkunft, Neigungen oder Hautfarbe. Sie sind ein Beispiel dafür, wie die Welt heute aussehen könnte. Sie sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, in der Toleranz, Engagement und Verbundenheit wichtige Pfeiler bilden können“, so Vannieuwkerke weiter.

„Sie verdienen unendlich viel Respekt. Wir wünschen ihnen hiermit viel Erfolg bei der Realisierung ihrer weiteren Träume, sowohl professionell als auch auf persönlicher Ebene“, beschloss unser Karl seine Stellungnahme, der man aus den Reihen der VRT-Kollegen nur zustimmen kann.   

Sporza-Kollege und TV-Moderator Karl Vannieuwkerke

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