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Die Armee installierte ihre ersten Feldküchen im Überflutungsgebiet an der Weser

Die belgische Armee hat am Montag ihre ersten Feldküchen im vor 3 Wochen von verheerendem Hochwasser nach anhaltendem Starkregen heimgesuchten Wesertal installiert. Hier werden für verschiedene betroffene Gemeinden warme Mahlzeiten für die Bevölkerung gekocht. Die Armee baute auch mobile sanitäre Anlagen auf und übernimmt die Koordination der Hilfsleistungen.

Die ersten beiden Feldküchen wurden in den schwer getroffenen Ortschaften Pepinster und Chaudfontaine zwischen Verviers und Lüttich aufgebaut. Hier konnten zunächst bis zu 600 warme Mahlzeiten pro Tag gekocht werden. Inzwischen wurden zwei weitere Feldküchen aufgebaut, jeweils wieder eine in Pepinster und in Chaudfontaine.

Eigentlich hatte die Armee schon in den ersten Tagen nach der Katastrophe für die Betroffenen und die freiwilligen Helfer gekocht, doch das übernahm im Laufe der Zeit das Rote Kreuz. Dies ist aber offenbar nicht zur Zufriedenheit aller verlaufen, denn das Rote Kreuz hatte fast nur Foodtrucks bestellt und zur Verfügung gestellt. Aber, inzwischen ist die Armee wieder zurück, was dort sehr gut ankommt. 

Das bedeutet, dass aktuell rund 1.200 warme Mahlzeiten zubereitet werden, was aber die maximale Kapazität darstellt, so Armee-Vize-Stabschef Marc Thys gegenüber VRT NWS. Nebenbei kochen auch Freiwillige in den betroffenen Ortschaften, doch diese werden nicht ewig vor Ort sein können. Die Armee will sich dazu noch etwas einfallen lassen, so Thys weiter. 

Neben der Lieferung und Zubereitung von Lebensmitteln und Mahlzeiten organisiert die Armee aber auch die Koordination der Hilfeleistung in diesen Gebieten. Die Mahlzeiten, die in den Feldküchen gekocht werden, werden zu fünf Verteilerpunkten geliefert: Lüttich, Pepinster, Chaudfontaine, Trooz und Dolhain-Limbourg.

Kolonel Rudy Decrop, der den Einsatz leitet, sagte gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Dienstag, dass die Truppe ihre Aktion auch ausweiten könne: „Wir stehen auch bereit, um in vier anderen Gemeinden eingreifen zu können, nämlich in Rochefort, Esneux (an der Ourthe (Red.)) und in Theux (an der Höengne (Red.)) und Verviers.“ In Eupen im deutschsprachigen Ostbelgien kochen schon seit einigen Tagen die Soldaten der lokalen Sportkaserne für die Betroffenen und die Helfer.

Inzwischen stellte die Armee auch mobile sanitäre Anlagen in Containern auf, damit sich die Betroffene, die noch kein Wasser, Gas oder Strom haben, auch warm waschen oder duschen können. An Weser und Ourthe sind inzwischen auch Einheiten der Armee dabei, die Ufer zu sichern und zu festigen. 

Bernard Gillet

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