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Lieferprobleme: Keine Munition für die neuen Anti-Terror-Waffen

Die belgische Polizei hat keine Munition für ihre neue Maschinenpistole vom Typ FN Scar (SC caliber .300). 2019 wurden 1.500 dieser Waffen, die als „Wunderwaffen“ im Kampf gegen Terroristen gepriesen wurden, an die Bundes- und die lokale Polizei geliefert. Doch der Hersteller der Munition für diese Waffen, ein US-Unternehmen, kann die passende Munition nicht liefern und argumentiert mit aus verschiedenen Gründen gestiegenen Preisen. 

Die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad meldet in ihrer Mittwochsausgabe, dass der Hersteller der Munition für diese Waffe nicht liefern könne. Nicolas Paelinck, der Vorsitzende der ständigen Kommission der Lokalpolizei in Belgien, sagte gegenüber dem Blatt: "Die Firma, die uns die Munition liefern sollte, lässt wissen, dass sie durch den gestiegenen Preis für Kupfer und der durch Corona höheren Transportkosten, nicht mehr zum vereinbarten Preis liefern könne. Wir haben der Firma eine Mahnung zukommen lassen."

Bei der Lieferung handelt es sich um hunderttausende Kugeln im Wert von 1 Mio. €, lieferbar innerhalb von 7 Jahren. Die Scar-Maschinenpistolen der belgischen Waffenschmiede FN wurde nach den Terroranschlägen auf Brüssel und den Flughafen von Zaventem 2016 bestellt. Die Bestellung erfolgte 2019. Durch das Ausbleiben der Munitionslieferungen wurden auch die Ausbildungen der Polizisten an dieser Waffe ausgesetzt.

Die Polizeigewerkschaften hoffen, dass es einen Plan B gibt, wie Carlo Medo (NSPV) und Joeri Dehaes (ACV) gegenüber Het Nieuwsblad andeuten. Offenbar ist das Problem bei der Lokalpolizei nicht so akut, wie Nicolas Paelinck erklärt: "Wir behelfen uns mit kleineren Lieferungen, doch es ist nicht unmöglich, dass wir bald eine große Lieferung Munition irgendwo anders bestellen."

In Panik verfällt die Polizei angesichts dieses Problem nicht. Sowohl die lokale Polizei, als auch die Bundespolizei verfügen über ausreichend UZI-Maschinenpistolen, die bei entsprechenden Einsätzen eingesetzt werden können. 

An Berger, Sprecherin der belgischen Bundespolizei, sieht ebenfalls kein wirkliches Problem: "Das einzige Problem ist, dass wir früher auf die Scar-Maschinenpistolen umrüsten wollten. Einge Leute bei der Bundespolizei sind bereits ausgebildet worden, um damit umzugehen. Das sind vor allem Ausbilder, die für die anderen Polizisten Schießunterrichte geben sollen." 

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