Die afghanische Armee (vom Westenn ausgebildet und ausgerüstet) bietet kaum Schutz vor den Taliban
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Afghanistan: "Keine Menschen dorthin abschieben, wo die Taliban herrschen!"

Die Liga für Menschenrechte in Belgien will, dass unser Land keine Afghanen, die keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, in ihre Heimat abgeschoben werden: „Man kann keine Menschen zurück in ein Land abschieben, wo die Taliban herrschen.“ Auch die beiden grünen Regierungsparteien Groen und Ecolo sind gegen Abschiebungen nach Afghanistan und fordern eine Debatte dazu im Kabinett.

Jetzt, da die sich USA und auch ihre europäischen Partner aus Afghanistan zurückziehen, rücken die fundamentalistischen und radikalislamischen Taliban wieder vor. Die vom Westen ausgebildete und ausgerüstete afghanische Armee leistet kaum Widerstand und lassen zu, dass die Taliban wieder weite Teile des Landes kontrollieren. Eine Provinzhauptstadt nach der anderen fällt in die Hände der Islamisten.

Aus diesem Grunde haben Deutschland und die Niederlande beschlossen, vorläufig keine abgelehnten Asylbewerber mehr dorthin abzuschieben. Doch Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Sammy Mahdy von den flämischen Christdemokraten CD&V will weiter abschieben, allerdings nur in Regionen, „in denen es nicht gefährlich ist.“ 

Die EU-Botschafter plädieren dafür, Abschiebungen auszusetzen und die wissen, was sich in dem Land tut. Das ist ein deutliches Signal, dass wir nicht ignorieren können.“

Groen und Ecolo in De Standaard

Die Grünen in Belgien, Groen in Flandern und Ecolo in der Wallonie - beide in der belgischen Bundesregierung vertreten, wollen dieses Thema in Kabinett besprechen, wie sie gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard mitteilten: „Die EU-Botschafter plädieren dafür, Abschiebungen auszusetzen und die wissen, was sich in dem Land tut. Das ist ein deutliches Signal, dass wir nicht ignorieren können.“

Dieser Ansicht ist auch die Liga für Menschenrechte in Belgien. Liga-Sprecherin Kati Verstrepen sagte am Donnerstagmorgen gegenüber VRT NWS: „Zwanzig Jahre lang haben gemeinsam mit allen westlichen Ländern versucht, die Taliban zu bekämpfen, weil wir deren Vorgehensweise unmenschlich fanden. Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen, für sie gibt es keine gesundheitliche Versorgung, die Scharia herrscht… Das ist eine schreckliche Situation, in die man keine Menschen abschiebt.“ 

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