"Wir sollten es denen, die sich nicht impfen lassen, so schwer wie möglich machen!"

Marc Noppen (Foto), CEO der Brüsseler Universitätsklinik (UZ Brussel), sagte im Zuge einer Debatte in der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“), dass man es denen, die sich in der Hauptstadt-Region nicht gegen Corona impfen lassen wollen, so schwer wie möglich machen sollte. Dr. Noppen ist der Ansicht, dass sich dadurch viele Menschen dafür entscheiden würden, sich doch noch impfen zu lassen. 

Der Brüsseler Klinik-CEO weiß, wovon er spricht. In der Hauptstadt-Region haben sich bis heute wesentlich weniger Menschen impfen lassen als im Rest des Landes und die Zahl der Corona-Patienten in Brüsseler Krankenhäusern ist höher als anderswo. In Brüssel sind nur rund 63 % der erwachsenen Bevölkerung zumindest einmal geimpft (Flandern 90 %, Wallonie 79 %).

Dr. Noppen erklärt dies mit dem Phänomen, dass hier die Bevölkerung vielschichtiger, heterogener und multiethnisch ist und dass hier viele Einwanderer leben, die eigene Wege der Kommunikation haben. Er verglich die Lage in Brüssel mit der in der britischen Hauptstadt London, wo man mit einer ähnlichen Situation konfrontiert sei. 

Man müsse wesentlich mehr auf diese Personenkreise zugehen, so der Mediziner und ihnen auch deutlich machen, dass sie mit Einschränkungen zu rechnen haben, falls sie sich nicht gegen Corona impfen lassen.

Doch Marc Noppen will es diesen Menschen auch leichter machen, sich impfen zu lassen - z.B. durch das Vermeiden von Hemmschwellen sei vieles möglich. Er wirft den Brüsseler Regionalbehörden vor, in dieser Frage Fehler gemacht zu haben: „Es ist leider so, dass sie zu lange gewartet haben, bis sie auf die Bürger dort zugegangen sind, wo diese leben, um sie besser zu informieren.“

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