Armee untersucht illegale Party mit Stripteaseuse in der Kaserne von Tielen

Dem privaten TV-Sender VTM zufolge führt die belgische Armee zurzeit eine Untersuchung nach einer illegalen Party in der Kaserne von Tielen durch. Auf Bildern sind etwa zwanzig Angehörige des dritten Fallschirmjägerbataillons zu sehen, die bei einem Striptease trinken, tanzen und singen. 

Die Party soll am 4. Mai stattgefunden haben, als die Corona-Regeln noch vollumfänglich galten. Es soll sich um eine Abschiedsfeier für einen Kollegen gehandelt haben, der von der Armee zur Polizei wechselt. Weder die Kasernenleitung noch die Armeeführung waren über den Sachverhalt informiert.  

"Das ist ein unzulässiges Verhalten, von dem wir nichts wussten", reagierte der stellvertretende Generalstabschef Marc Thys. Das Verteidigungsministerium hat mehrerer Untersuchungen eingeleitet, um u. a. herauszufinden, wie die Stripteaseuse in die Kaserne kam.  

"Der Vorfall ist aus drei Gründen inakzeptabel", betonte Thys: "Wir befanden uns noch in der Corona-Phase, die militärische Sicherheit wurde gefährdet und es wurde gegen unsere Normen und Werte, gegen Integrität und Kollegialität, verstoßen. Auf diese Weise verbreiten einige wenige ein enorm schlechtes Bild der Armee, während so viele Menschen ihr Bestes tun." 

Auch Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) reagierte scharf. "Das gehört nicht in den Verteidigungsbereich und schadet dem Ansehen aller Soldaten, die im Ausland und in Belgien vorbildliche Arbeit leisten, insbesondere zur Unterstützung der Nation während der Pandemie und nach der Flutkatastrophe."  

"Korps- und verteidigungsinterne Ermittlungen zu drei möglichen Verstößen sind bereits im Gange: Sicherheit von Militärquartieren, Corona-Abstandsregeln und Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. Sollten die Untersuchungen diese Verstöße bestätigen, wird die Verteidigung entsprechende disziplinarische und/oder rechtliche Maßnahmen ergreifen.”

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