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Vor genau 25 Jahren: Festnahme von Marc Dutroux

Am Freitag ist es genau 25 Jahre her, dass Marc Dutroux festgenommen wurde. Wie sich herausstellte, hatte der pädophile Straftäter Sabine Dardenne und Laetitia Delhez entführt. Beide konnten zwei Tage später befreit werden. Die Ermittlungsbehörden fanden auch heraus, dass Dutroux ebenfalls Julie Lejeune und Melissa Russo entführt hatte. Die  beiden achtjährigen Mädchen verhungerten während ihrer Gefangenschaft in einem Keller seines Hauses. Später bekannte Marc Dutroux ebenfalls die Entführung, den sexuellen Missbrauch und den Mord an An Marchal und Eefje Lambrechts. 

Am 13. August 1996 war es niemandem in Belgien bewusst, dass das Land von diesem Tag an nie wieder dasselbe sein sollte. 

An diesem Tag verhaften die Ermittler Marc Dutroux, einen Handwerker aus Marcinelle bei Charleroi, weil sie ihn verdächtigten, Laetitia Delhez entführt zu haben. Zwei Tage später wird nicht nur die 14-jährige Laetitia, sondern auch die bereits seit drei Monaten verschwundene 12-jährige Sabine Dardenne in einem Haus von Dutroux lebend gefunden. 

Am 13. August werden auch Dutroux’ Komplizen, seine Frau Michèle Martin und sein Handlanger Michel Lelièvre verhaftet. Michel Nihoul wird am 16. August wegen des Verdachts der Beihilfe verhaftet.

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass Dutroux und seine Komplizen vier weitere Entführungsopfer auf dem Gewissen haben. 

Julie Lejeune und Melissa Russo, die er am 24. Juni 1995 in Lüttich entführte. Sowie An Marchal und Eefje Lambrechts, die in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1995 verschwanden. Alle vier werden von Dutroux eingesperrt und sexuell missbraucht. Die beiden jüngsten lässt er verhungern. Ihre Leichen werden in einem anderen Haus von Dutroux in Sars-la-Buissière gefunden. Die beiden Teenager bringt er um und verscharrtesie im Garten seines Bekannten Bernard Weinstein in Jumet. Auch dieser wird von Dutroux ermordet.

Marc Dutroux war 1989 bereits wegen sexueller Straftaten verurteilt worden, kam aber vorzeitig frei. Die Dutroux-Affäre, die am 13. August vor 25 Jahren beginnt, bringt schwere Mängel des belgischen Justizsystems ans Licht.

Auf einem Weißen Marsch am 20. Oktober 1996 fordern über 300.000 Belgier Reformen bei Polizei und Justiz. 

Am 23. April 1998 gelingt Marc Dutroux die Flucht aus dem Gerichtsgebäude von Neufchâteau. Wenige Stunden später wird der Flüchtige von einem Förster gefunden. Zwei Minister reichen ihren Rücktritt ein. 

Acht Jahre nach ihrer Festnahme wird Marc Dutroux, Michèle Martin und Michel Lelièvre der Prozess gemacht. Dutroux wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Er sitzt heute noch hinter Gittern. Michèle Martin kommt 2012 frei. Michel Lelièvre im Jahr 2019. Michel Nihoul wird zu fünf Jahren Haft wegen Drogenschmuggels verurteilt. Er stirbt 2019. 

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