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Audit Flandern: Frühe Impfung der Bürgermeisterin von Sint-Truiden war berufsethischer Fehler

Veerle Heeren (CD&V, flämische Christdemokratin, Foto), die Bürgermeisterin der limburgischen Stadt Sint-Truiden, hat schwerwiegend gegen die berufsethischen Prinzipien ihres Amtes verstoßen, als sie sich und ihre Bekannten und Mitarbeiter vorzeitig mit überschüssigem Impfstoff impfen ließ. Dies geht aus dem Bericht von Audit Flandern hervor.

Im Mai wurde bekannt, dass Veerle Heeren viel früher als viele Risikopatienten gegen COVID-19 geimpft worden war. Nach langem Zögern gab sie dies zu und trat als Bürgermeisterin kurzzeitig zurück, aber letzten Monat nahm sie die Arbeit wieder auf. 

Audit Flandern, die flämische Aufsichtsbehörde stellte in einem nun veröffentlichten Untersuchungsbericht fest,  dass die christdemokratische Politikern gegen berufsethische Prinzipien verstoßen und einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat.

Laut der Oppositionspartei Vooruit (flämische Sozialdemokraten) im Stadtrat von Sint-Truiden ist einer der Gründe, warum es hierzu kommen konnte, dass es im dortigen Impfzentrum, anders als in anderen Städten, keinen unabhängigen Programmmanager gab. Normalerweise ist es dessen Aufgabe, dafür zu sorgen, dass überschüssige Impfstoffdosen gerecht verteilt werden. Die Tatsache, dass es keinen solchen Impfmanager gab, begünstigte den Missbrauch, für den laut Audit Flandern, die Bürgermeisterin verantwortlich war.

Es bleibt abzuwarten, ob die Bürgermeisterin ihr Amt weiter ausüben kann, nachdem der Stadrat von Sint-Truiden am 30. August über die Stellungnahme von Audit Flandern beraten hat. Die Oppositionspartei Vooruit ist jedenfalls der Meinung, dass Veerle Heeren definitiv zurücktreten sollte.

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