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Lage in Afghanistan spitzt sich stündlich zu: Belgier werden, falls erwünscht, evakuiert

Einige belgische Touristen, die sich noch in Afghanistan aufhielten, konnten das Land gestern Abend mit einem Flug vom Flughafen Kabul aus verlassen. Insgesamt wurden in dem Land elf Belgier als Touristen registriert, von denen nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Brüssel fünf evakuiert wurden, während die anderen sechs möglicherweise nie eingereist sind oder Afghanistan inzwischen bereits schon verlassen haben.

Noch immer halten sich 34 weitere Belgier in Afghanistan auf, weil sie dort leben arbeiten. Das Außenministerium hat noch kein offizielles Hilfeersuchen von ihnen erhalten.

Belgien hat keine Botschaft in Afghanistan, wohl aber im benachbarten Pakistan. Von dort aus werden die 45 Belgier, die sich in Afghanistan aufhalten oder aufhielten, genau überwacht. Elf von ihnen waren als Touristen registriert, 5 von ihnen wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes evakuiert, die anderen 6 haben Afghanistan möglicherweise nie erreicht oder sind bereits abgereist. 

Sicherheitslage in Kabul verschlechtert sich rapide

In Afghanistan sind die Taliban in der Hauptstadt Kabul angekommen. Sie befinden sich am Rande der Stadt. Sie bleiben vorerst dort, weil sie mit der afghanischen Regierung über eine friedliche Machtübergabe verhandeln wollen. Der afghanische Präsident Ashraf Ghani ist angeblich bereit, zurückzutreten. Er soll Berichten zufolge inzwischen schon nach Tadschikistan ausgereist sein. Mehrere Länder haben ihr Botschaftspersonal an den Flughafen von Kabul verlegt.

Auch in der Nähe des Flughafens von Kabul sind von Zeit zu Zeit Schüsse zu hören. Zurzeit ist dies die einzige Möglichkeit, Afghanistan zu verlassen, da die Taliban alle Grenzübergänge und alle größeren Städte kontrollieren. Unterdessen sind Hubschrauber der amerikanischen Armee damit beschäftigt, Diplomaten und Botschaftsmitarbeiter zum Flughafen zu fliegen, um sie zu evakuieren.

Immer mehr Staaten schließen ihre Botschaften in Kabul, da die Taliban die afghanische Hauptstadt umzingeln. Deutschland entsendet militärische Transportflugzeuge und Soldaten zur Evakuierung von Botschaftsangehörigen und afghanischen Mitarbeitern. Auch Schweden und Spanien beschleunigen ihre Evakuierungspläne, da sich die Sicherheitslage in Kabul rapide verschlechtert. Die USA haben den ganzen Tag über evakuiert. Die NATO hält ihre diplomatische Präsenz in Afghanistan vorerst noch aufrecht. 

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