Fehlende Computerchips: Bei Volvo-Gent wird Produktion noch 2 Wochen lang heruntergefahren

Im Volvo-Werk in Gent werden die Fließbänder auch in den nächsten zwei Wochen – wie schon vergangene Woche - nur an eineinhalb Tagen mit voller Kapazität laufen. An den anderen Tagen kommt die Produktion wegen des Mangels an Computerchips zum Erliegen. Für mehr als 5.000 Beschäftigte in Gent bedeutet dies vorübergehend Kurzarbeit. Lieferengpässe bei Computerchips sind seit Monaten ein weltweites Problem, und die wirtschaftlichen Folgen werden immer schlimmer.

Eine Unternehmenssprecherin hatte schon am vergangenen Wochenende gegenüber der Nachrichtenagentur Belga bestätigt, dass letzte Woche Montag, Donnerstag und Freitag die Bänder angehalten werden mussten.

In der ersten Jahreshälfte war es bei Volvo Cars im Werk im Gent Hafen schon mehrmals zu einer zeitweisen Unterbrechung der Fahrzeugproduktion gekommen, weil die Zulieferfirmen keine Microchips für die elektronischen Bereiche der Volvo-Neuwagen liefern konnten.

„Alles hat mit Corona und mit den auch dadurch entstehenden Lieferprobleme aus Richtung Asien zu tun“, sagte Unternehmenssprecherin Barbara Blomme gegenüber VRT NWS

Bei Volvo Cars in Gent laufen vor allem die elektrischen Versionen des XC40 vom Band, ein hochtechnisiertes Fahrzeug, das deutlich mehr Chips benötigt, als herkömmliche PKW. U.a. ist das BLIS-System (Blind Spot Information System) zum Einschätzen von Verkehrssituationen sehr Microchip-abhängig. 

Volvo beschäftigt am belgischen Standort in Gent rund 5.000 Arbeiter in der Produktion der Fahrzeuge. Die 800 Angestellten sind nicht von Unterbrechung der Produktion betroffen. Sie müssen nicht, wie die Arbeiter, Kurzarbeit schieben.

Trotzdem sucht Volvo weiter neue Mitarbeiter für die Produktion. Normalerweise rollen bei Volvo Cars in Gent pro Tag etwa 1.000 neue PKW vom Band.

Peter de Rycke

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