Schimpansinnen Chita und Maaike im Antwerpener Zoo
JONAS VERHULST

Schimpansin-Kontaktverbot für Besucherin des Antwerpener Zoos: "Sonst wird sie zur Außenseiterin"

Eine regelmäßige Besucherin des Antwerpener Zoos hat eine Art Kontaktverbot für einen der Schimpansen, die 38-jährige Chita, erhalten. Die Zoo-Dauerkarteninhaberin hat eine enge Beziehung zu dem Affen entwickelt, der ihr ebenfalls immer viel Aufmerksamkeit schenkt. Doch das erweist sich als Problem. "Wenn Chita den ganzen Tag mit Besuchern verbringt, wird sie zur Außenseiterin in ihrer Gruppe", sagt Kuratorin Sarah Lafaut vom Antwerpener Zoo.

A. T. besucht den Antwerpener Zoo fast täglich. Dort besucht sie immer wieder die Menschenaffen, wo sie dann den Kontakt zu ihrer Lieblingsschimpansin Chita sucht. Der 38-jährige Affe erkennt die Dame und schenkt ihr seinerseits viel Aufmerksamkeit,  aber dieser tägliche Kontakt scheint jetzt zu einem Problem zu werden.

Der Zoo schrieb der Frau einen Brief, in dem er sie aufforderte, den Kontakt zu dem Schimpansen einzustellen. "Natürlich freuen wir uns, wenn sich unsere Besucher so sehr mit den Tieren verbunden fühlen, aber das Wohl der Tiere steht bei uns an erster Stelle", erklärt Kuratorin Sarah Lafaut vom Antwerpener Zoo. 

Außenseiterin in der Gruppe

"Chita wurde vor 30 Jahren in den Zoo gebracht, weil sie damals ein Haustier war und widerspenstig wurde. Sie hat bei uns das typische Verhalten der Schimpansen gelernt, aber das Interesse am Menschen ist geblieben", erklärt Lafaut auf Radio 2 Antwerpen, dem VRT-Regionalsender. "Jahrelang haben wir versucht, Chita davon abzuhalten, zu viel Kontakt mit den Besuchern zu haben und sich auf ihre Artgenossen zu konzentrieren. Sonst wird sie zur Außenseiterin in ihrer Gruppe".

Der Klarheit halber sei gesagt, dass die Besucherin weiterhin in den Zoo kommen darf. Sie kann auch an den Schimpansen vorbeigehen, aber der Zoo bittet sie ausdrücklich darum, nicht mehr dort herumzustehen. "Wenn die Besucherin an den Affen vorbeikommt, kann sie einen kurzen Blick darauf werfen, aber danach sollte sie weitergehen. Wir hoffen, dass sie das versteht, denn für das Wohlbefinden von Chita ist es wichtig, dass der Kontakt reduziert wird."

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