Flandern geht strenger gegen Tierquälerei vor: bis zu 1,6 Millionen Euro Geldstrafe und 10 Jahre Gefängnis

Der flämische Tierschutzminister Ben Weyts (N-VA) will die Strafen für Personen oder Unternehmen, die Tiere misshandeln oder vernachlässigen, verschärfen. Wer Tiere misshandelt, kann nun zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt werden, im Wiederholungsfall sogar zu zehn Jahren. Die Geldbußen liegen zwischen 800.000 € und 1,6 Millionen €. 

Wer in Flandern ein Tier misshandelt oder vernachlässigt, muss derzeit beim ersten Vergehen mit einer Geldstrafe von bis zu 16.000 € oder drei Monaten Gefängnis rechnen. Bei schwerem und wiederholtem Missbrauch oder Vernachlässigung kann diese Strafe auf eine Geldstrafe von 100.000 Euro und 18 Monate Gefängnis  erhöht werden.

Nach Ansicht von Ben Weyts reichen diese Strafen in der Praxis nicht aus, um Tierquäler zu bekämpfen und zu bestrafen. Auf der letzten Sitzung der flämischen Regierung wurde daher ein Verordnungsentwurf verabschiedet, in dem die Sanktionen gegen Bürger und Unternehmen, die Tiere misshandeln, deutlich verschärft werden.

Beim ersten Vergehen einer schweren Misshandlung oder Fahrlässigkeit können die Täter nun mit einer Geldstrafe von bis zu 800.000 Euro und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Die Polizei wird auch in der Lage sein, Tierquäler sofort bei ihrem ersten Vergehen festzunehmen und in Untersuchungshaft zu nehmen.

Für Wiederholungstäter wird die Höchststrafe verdoppelt: Ihnen drohen nun eine Geldstrafe von bis zu 1,6 Millionen Euro und bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Richter werden auch in der Lage sein, Betriebe zu schließen, die Tiere misshandeln.

Die Tierschutzorganisation Gaia reagierte mit Beifall auf die Maßnahme und bezeichnete sie als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

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