Belgiens Soldaten haben Kabul verlassen - Ein Detachement bleibt vorläufig in Islamabad

In der Nacht zum Samstag ist am Militärflughafen Melsbroeck eine Maschine mit 64 Passagieren an Bord gelandet. Dieses Flugzeug (Foto) kam aus Kabul und hatte neben 24 Zivilisten auch die ersten 40 belgischen Soldaten an Bord, die bei der Evakuierung von Belgiern und Personen mit Verbindungen zu unserem Land aus Afghanistan aktiv beteiligt waren. Eine belgische Abordnung aus rund 100 Personen bleibt in Islamabad, um eventuell weitere Landsleute und Begünstigte aus Afghanistan zu evakuieren. 

Die 40 Soldaten, die von Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) und von Armeechef Admiral Michel Hofman begrüßt wurden, waren über eine Woche lang daran beteiligt, im Rahmen der Evakuierungsaktion „NEO Red Kite“ rund 1.400 Personen über eine Luftbrücke von Kabul in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu bringen. Einer der Soldaten, der ungenannt bleiben wollte, gab gegenüber VRT NWS zu verstehen, dass das belgische Militär mit einem „guten Gefühl“ nach Belgien zurückkehre. Diese Aktion sei nicht alltäglich gewesen, denn so etwas könne man nicht trainieren, denn „es ging hier um echte Menschen.“ 

Wir sind nach Kabul gegangen, um 150 Menschen dort wegzubringen. Letztendlich sind es 1.400 geworden. Das gibt doch ein gutes Gefühl.“

Ein belgischer Soldat

Ziel sei gewesen, rund 150 Personen aus der afghanischen Hauptstadt zu evakuieren: „Letztendlich sind es 1.400 geworden. Das gibt doch ein gutes Gefühl. Am Tag unseres Abzugs warteten keine Flüchtlinge mehr in der Zone, wo wir sie empfangen konnten. Natürlich waren noch einige außerhalb des Perimeters, doch wir durften den Flughafen nicht verlassen. Aber es handelt sich dabei um sehr wenige Menschen, was also beruhigend ist.“

Deutlich wurde jetzt auch, dass vorerst eine belgische Abordnung in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bleiben wird. Nach dem Ende der belgischen Evakuierungsaktion sollen noch 114 Personen - Belgier oder Menschen mit Bezug zu Belgien - in Kabul geblieben sein. Von diesen seien aber einige durch andere Länder in Sicherheit gebracht worden und die meisten anderen stehen inzwischen in Kontakt mit den hiesigen Behörden, so Generalstabschef Admiral Michel Hofman.

Es müssen noch Menschen repatriiert werden. Wir wollen dazu bereit sein, denn es wäre schade, wenn wir bei einer Möglichkeit, diese Menschen zurückzuholen, nicht die Mittel dazu hätten.“

Generalstabschef Admiral Michel Hofman

Das belgische Detachement in Islamabad besteht aus rund 100 Personen - Bodentruppen, das erforderliche Kommando- und Unterstützungspersonal, eine medizinische Abordnung und die Besatzung für 2 Transportmaschinen vom Typ C-130, so der Armeechef: „Es müssen noch Menschen repatriiert werden. Wir wollen dazu bereit sein, denn es wäre schade, wenn wir bei einer Möglichkeit, diese Menschen zurückzuholen, nicht die Mittel dazu hätten. Auch wenn wir Kabul verlassen haben, stehen wir bereit, um unter Umständen aus Islamabad eingreifen zu können, um belgischen Landsleuten und Begünstigten Beistand zu leisten.“  

Militärflughafen Melsbroek: Die letzten belgischen Soldaten aus Kabul sind wieder in ihrer Heimat gelandet
Belgiens Armeechef Admiral Michel Hofman und Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder

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