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Arbeitsmarkt: Niedrigere Einstiegsgehälter und weniger langfristige Arbeitsverträge für Berufseinsteiger

Obwohl der Arbeitsmarkt in Belgien viele offene Stellen aufweist, ist es derzeit schwierig, geeignetes Personal zu finden. Doch dieses Problem hat mehrere Gründe, die auch mit der Corona-bedingten Wirtschaftskrise zu tun haben. Für jüngere Leute und Berufseinsteiger stehen weniger feste Arbeitsverträge zur Verfügung und die Einstiegsgehälter sind aktuell geringer als vor Corona.

Die Zahl der jüngeren Arbeitnehmer, die einen langfristigen Arbeitsvertrag erhalten haben, liegt immer noch deutlich unter der von vor der Corona-Krise. Durch diese Krise war die Zahl derer, die in der ersten Jahreshälfte 2020 in Belgien auf den Arbeitsmarkt strömten, stark zurückgegangen. Inzwischen hat sich dies wieder etwas eingepegelt, zumindest für Arbeitnehmer über 25 Jahre.

Doch bei den jüngeren Arbeitsuchenden ist derzeit ein Rückgang bei den dauerhaften Festanstellungen festzustellen, der noch 4,7 % niedriger ist, als vor Corona. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor der Corona-Wirtschaftskrise, liegt der Wert des Rückgangs bei 26,4 %. Das ist ein absoluter Niedrigwert.

Für die, die einen neuen Job gefunden haben, sind allerdings die Einstiegsgehälter niedriger als vor Corona. Nach einer Feststellung des Personaldienstleisters SD Worx liegen diese Gehälter brutto heute 2,4 % unter denen von 2019. SD Worx führt nach einer Umfrage unter Unternehmern an, dies liege auch daran, dass die neuen Mitarbeiter im durchschnitt jünger sind, als vor Corona.

Diese Tendenz ist allerdings je nach Sektor unterschiedlich. So sind die Einstiegsgehälter in der Gastronomie, in der Industrie und im Finanzsektor deutlich niedriger als in der IT-Branche oder im Transportbereich, wo ein allgemein akuter Personalmangel herrscht - gerade jetzt im Wiederaufschwung der Wirtschaft nach Corona. 

David rozing

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