VKA

Schulwesen in Flandern: Quereinsteiger helfen beim Abbau des Lehrermangels

Auch in Flandern sorgt ein Lehrermangel in den Grund- und Sekundarschulwesen für Probleme, doch seit einiger Zeit strömen immer mehr Quereinsteiger, die oftmals aus der Privatwirtschaft kommen, ins Bildungswesen. Im Laufe eines Jahres stieg die Zahl der Quereinsteiger im flämischen Bildungswesen um gut 15 %.

2.818 Personen haben im vergangenen Schuljahr in Flandern ihre Jobs in der Privatwirtschaft aufgegeben und sind ins Bildungswesen umgestiegen. Das waren 15 % mehr Quereinsteiger als im Schuljahr 2019-2020. In vielen Fällen löst dieses Phänomen den teilweise akuten Lehrermangel in den flämischen Schulen, doch auch kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres fehlen weiter viele Lehrer und Planstellen bleiben unbesetzt.

Flanderns Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA) hat den Einstieg aus der Privatwirtschaft in den Unterricht letztes Jahr im September attraktiver gestaltet. Kandidaten, die in das Schulwesen einsteigen, können 8 Jahre Dienstzeit mitnehmen, was netto rund 300 € pro Monat auf dem Gehaltszettel der Quereinsteiger ausmacht.

Bildungsminister Weyts will jetzt diese Regelung, die für Grund- und Sekundarschulen gilt, weiter ausdehnen, um dabei einen Fokus auf Fachbereiche wie ICT zu legen: „Hoffentlich steigt die Zahl der Quereinsteiger in den kommenden Jahren weiter. Im Licht der Corona-Krise haben vielleicht besonders viele Leute einen solchen Karriereswitch erwogen. Im Bildungswesen warten viele schöne Herausforderungen für alle, die dabei helfen wollen, junge Leute auszubilden. 

Lehrermangel in Brüssel weiter akut

In der Brüsseler Hauptstadt-Region suchen besonders viele Schulen nach neuen Lehrkräften, denn hier ist der Lehrermangel weiter akut. Dieses Problem ist hier deutlicher als in den anderen belgischen Ländern und Regionen. Und offenbar verschärft die Corona-Krise dieses Problem weiter. Viele potentielle Kandidaten für einen Lehrerjob in Brüssel kommen von außerhalb und winken angesichts der hohen Covid-19-Ansteckungszahlen bzw. aufgrund der eher niedrigen Impfrate in Brüssel derzeit eher ab. Andere ziehen es vor, Brüssel, wo sie bisher in einer Schule tätig waren, in Richtung Flandern oder Wallonie zu verlassen. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten