VRT NWS traf das afghanische Mädchen, das nach der Evakuierung über den Flughafen von Melsbroek hüpfte

Das Foto ging um die Welt. Ein kleines Mädchen, dass am Brüsseler Militärflughafen Melsbroek aus einem Flugzeug aus Richtung Afghanistan stieg und fröhlich hinter seinen Eltern her hüpfte, rührte viele Zeitgenossen. VRT NWS traf jetzt die Familie des Kindes, die in Belgien lebt und nur in Afghanistan war, um dort im Urlaub Angehörige zu besuchen…

Sayed Mujeeb Sadat und seine Familie mit vier Kindern waren nur in Afghanistan, um dort ihre Ferien zu verbringen und um Angehörige zu besuchen, als die Taliban das Land überrannten, nach dem die westlichen Truppen abgezogen waren oder noch dabei waren, dies zu tun: „Wir hatten niemals gedacht, einmal in eine solche Lage zu geraten“.

Seit sieben Jahren lebt die Familie in Belgien und war zum ersten Mal wieder in der alten Heimat. Sie wollten erst dann in den Urlaub nach Afghanistan reisen, wenn alle Familienmitglieder vollständig gegen Corona geimpft waren, doch diese sorgfältig gefällte Entscheidung wäre ihnen fast zum Verhängnis geworden. Ihr Rückflug war für den 18. August geplant, doch Afghanistan und der Flughafen von Kabul machten am 13. August dicht… 

Die Sadats erzählten VRT NWS-Reporterin Pascale Mertens, die sie bei ihnen zu Hause besuchte, dass der Aufenthalt in Kabul dramatisch war: „40.000 Menschen warteten vor dem Flughafen. Sie hätten uns mit unseren belgischen Reisepässen durchlassen müssen, doch wir kamen nicht durch. Sie zeigten uns ständig ihre Waffen. Immer und immer wieder.“  

Sayed Mujeeb Sadat und seine Familie gehörten zu denen, die die belgischen Behörden auf eigene Faust mit Bussen in der Umgebung von Kabul eingesammelt hatte und selbst zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt bringen konnten: „Als wir am Flughafen waren, waren wir sehr erleichtert.“ Von Kabul aus ging es mit einer C-130-Transportmaschine in die pakistanische Hauptstadt Islamabad und von dort aus mit einer von der belgischen Regierung gecharterten Maschine nach Belgien.

Dort angekommen, fotografierte die Reuters-Fotografin Johanna Geron die fröhlich hüpfende Neha am Flughafen von Melsbroek und dieses Foto ging in den Tagen danach um die Welt (und wurde leider auch anmaßend manipuliert - siehe nebenstehenden Beitrag). Neha erzählte Kollegin Pascale ebenfalls, dass die Taliban ihr und ihrer Familie mit Waffen gedroht hätten: „Ich war so froh, wieder in Belgien zu sein. Ich will niemals mehr nach Afghanistan zurück gehen“.

Heute kann diese nette afghanische Familie, die schon länger die belgische Staatsangehörigkeit hat und deren Kinder teilweise in unserem Land zur Welt kamen, wieder zur Tagesordnung zurückgehen. Schließlich fängt in Belgien bald wieder die Schule an. 

Neha und ihr Vater

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