Virologe Steven Van Gucht warnt vor der vierten Corona-Welle im Herbst

Steven Van Gucht (Foto), Virologe, Leiter der staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsbehörde Sciensano und Mitglied des Corona-Krisenzentrums, warnte am Dienstag vor einer vierten Corona-Welle, die ab Herbst auf Belgien zukommen könnte. Wenn die sozialen Kontakte zwischen den Menschen wieder zunehmen, dann steige auch die Zahl der Ansteckungen und der schweren Erkrankungen wieder an, so Van Gucht. 

Steven Van Gucht sagte am Dienstag gegenüber VRT NWS, dass im Falle von schon 50 % mehr sozialen Kontakten die darauffolgenden Ansteckungen zu bis zu 400 Krankenhausaufnahmen pro Tag führen könnten.

Im Extremfall könne dies ab Oktober zu bis zu 1.000 Covid-19-Intensivpatienten führen. Dies nannte Van Gucht allerdings ein „Worst Case Scenario“, doch „würde dies eine vierte Welle, die in ihrer Stärke zwischen der zweiten und der dritten Welle liegen könnte.“

Die vierte Welle wird in Brüssel und bei Ungeimpften disproportional hart zuschlagen.“

Virologe Steven Van Gucht

Der Virologe sagte auch, dass im Falle einer vierten Corona-Welle vor allem Brüssel stark betroffen sein wird, denn dort liegt der Impfgrad deutlich unter dem im Rest des Landes: „Die vierte Welle wird in Brüssel und bei Ungeimpften disproportional hart zuschlagen.“

Schon jetzt müssen dort mehr (und jüngere) Menschen auch intensiv behandelt werden, da sie schwere Krankheitsverläufe haben. Die meisten dieser IC-Patienten sind nicht gegen Corona geimpft. Doch Van Gucht sieht auch Licht am Ende des Tunnels und geht davon aus, dass wir die Pandemie bald hinter uns bringen werden: „Viel hängt von unserem Verhalten ab. Das verbleibende Risiko wird immer kleiner. Im Winter wird es hoffentlich schon wieder besser werden.“ 

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