Fußballschiedsrichter aus allen Ligen müssen Rassismus auf dem Spielformular melden

Rassismus und Diskriminierung im Fußball - sowohl auf als auch neben dem Spielfeld - müssen künftig immer vom Schiedsrichter gemeldet werden, auch im Amateurbereich. Das schreibt die flämische Tageszeitung De Morgen. Sanktionen können bis Sperren von mehreren Jahren", sagt Nand De Klerck, Sprecher von Voetbal Vlaanderen.

Frühere Untersuchungen der KU Leuven haben gezeigt, dass Rassismus und Diskriminierung auf und neben dem Fußballfeld ein echtes Problem sind. In den vergangenen zwei Spielsaisons waren 37 Prozent aller Spieler zwischen 10 und 20 Jahren davon betroffen. In einem Drittel der Fälle ging es um Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe. 

Die Untersuchungen haben zur Erarbeitung eines Aktionsplans geführt, der u. a. vorsieht, die Schiedsrichter zu verpflichten, Diskriminierungen zu melden. Ab sofort können sie auf dem Spielbericht angeben, ob es auf oder neben dem Spielfeld zu Zwischenfällen gekommen ist. 

Spieler, die sich rassistisch verhalten, können mit einer Sperre von sechs Monaten bis zu mehreren Jahren bestraft werden, so der Sprecher von Voetbal Vlaanderen Nand De Klerck: “Wir können auch alternative Sanktionen gegen den Verein und die Fans verhängen und zum Beispiel die Einrichtung eines Antidiskriminierungsprojekts verlangen." 

Bislang wurden Sanktionen bei rassistischen Vorfällen vom Provinzausschuss verhängt. Mit der neuen Regelung wird eine nationale Kammer eingesetzt, die sich mit diesem Thema auskennt und bei Vorfällen urteilt, erklärt De Klerck.  

In den vergangenen Monaten konnten Schiedsrichter im Rahmen eines Pilotprojekts rassistische Vorfälle bei Freundschaftsspielen und Pokalspielen melden. Es gingen sieben Dossiers ein. 

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