Sterblichkeitsrate wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Krise

Mit wieder im Schnitt 300 Todesfällen pro Tag ist die Übersterblichkeit in Belgien abgeebbt und erreicht erneut das Niveau von vor der Corona-Epidemie. Das belegen die neuesten Zahlen des belgischen Statistikamtes.  

Zwischen 2015 und 2019 schwankte die durchschnittliche Zahl der Todesfälle pro Tag in Belgien zwischen 295 und 303. Heute sterben in Belgien erneut jeden Tag im Schnitt 300 Menschen (an Corona und oder an anderen Todesursachen). Es sterben also nicht mehr Menschen als in anderen Jahren. Die Übersterblichkeit, die von der Corona-Krise ausgelöst worden war, hat sich wieder auf dem Stand von vor dieser Gesundheitskrise eingependelt.  

Die Zahlen von Statbel, dem statistischen Dienst der belgischen Regierung, zeigen deutlich, dass 2020 ein außergewöhnliches Jahr war. Im vergangenen Jahr sind im Schnitt jeden Tag 347 Menschen gestorben. Auf das Jahr 2020 hochgerechnet, zählte Belgien 18.105 Todesfälle mehr als im Jahr 2019. Das ist ein Anstieg von 16,64 Prozent und weist auf die  Übersterblichkeit hin.

Corona ist dritthäufigste Todesursache im Jahr 2020

Die Grafik zeigt, dass das Corona-Virus für die überhöhte Sterblichkeitsrate im vergangenen Jahr weitgehend verantwortlich war. Die Spitzenwerte fallen mit den drei Wellen zusammen, die unser Land erlebt hat. Die meisten Todesfälle wurden am 10. April registriert. An diesem Tag starben 675 BelgierInnen, fast die Hälfte von ihnen (301) waren an Corona erkrankt. Im August wurde eine weitere Spitze beobachtet, die auf die zwölftägige Hitzewelle im August 2020 zurückzuführen ist. 

Die häufigste Todesursache in Belgien waren und sind weiterhin Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von neuen Formen von Krebserkrankungen.  

In diesem Jahr steht Corona vorläufig an vierter Stelle der häufigsten Todesursachen in Belgien. Krankheiten des Atemsystems wie akute Infektionen der oberen Atemwege und Lungenentzündungen stehen nun an dritter Stelle.

Todesfälle nach Alter

Dass die Zahl der Todesfälle jetzt wieder auf ein normales Niveau zurückgegangen ist, erklärt sich auch dadurch, dass es in diesem Jahr noch keine Hitzewelle gab und die Durchimpfungsrate hoch ist. Auch die Zahl der Infektionen ist niedriger als 2020. Derzeit liegt die Durchimpfungsrate bei den Erwachsenen bei 83,3 Prozent. Bei den über 65-Jährigen ist die Durchimpfung sogar noch höher: 91 %.  

2020 sind insgesamt 18 486 Menschen über 65 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Das sind 16,8 Prozent aller Todesfälle in dieser Zielgruppe. 2021 sind bisher 54.763 Menschen über 65 Jahre gestorben, davon 9 Prozent, also 4.957, im Zusammenhang mit COVID-19. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten