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Ab dem 1. Oktober führt Brüssel wohl den Coronapass in der Gastronomie ein

Hohe Ansteckungszahlen, viele Krankenhausaufnahmen, eine niedrige Impfquote und eine anhaltend niedrige Bereitschaft, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, machen die Einführung des Covid Safe-Passes in der Brüsseler Hauptstadt-Region wohl unumgänglich. Am Dienstagabend einigten sich die Regierungen von Bund, Ländern und Regionen darauf, dass Brüssel ab dem 1. Oktober den Covidpass in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und auch im Theater und im Kino einführen wird.

Das bedeutet, dass Besucher von Cafés oder Restaurants, von Kinos, Theatern oder Konzertsälen und sogar von Sport- und Fitnesseinrichtungen ab dem 1. Oktober einen Covidpass oder ein Covid Safe Ticket vorlegen müssen. Dieses Dokument - auf Papier oder digital - soll beweisen, dass eine Person geimpft, genesen oder getestet ist. Dieser Pass soll auch bei Besuchen von Krankenhäusern oder Pflegewohnheimen und bei Massenveranstaltungen erforderlich werden, nicht jedoch in Geschäften oder am Arbeitsplatz. 

Brüssels Ministerpräsident Rudy Vervoort (PS) fordert eine solche Vorgehensweise bereits seit etwa August, weil die Coronazahlen in seiner Region weiter steigen, sowohl bei den Neuansteckungen, als auch bei den Krankenhauseinlieferungen. Gleichzeitig bleiben die Impfquote und die Impfbereitschaft in der Brüsseler Region weiter zu niedrig, trotz Anreizen, wie z.B. Sensibilisierungen und Impfmöglichkeiten sogar beim Einkaufen.

Jetzt also kommt es soweit, dass Brüssel Druck ausüben muss und somit ist der Coronapass unausweichlich geworden. Dies ist übrigens auch in den anderen belgischen Landesteilen möglich, denn die Regelung, die noch von den verschiedenen Regierungen und vom Konzertierungsausschuss in Sachen Corona angenommen werden muss (was in den kommenden Tagen und Wochen passieren wird), betrifft ganz Belgien. Im Falle eines Falles kann also auch die Regierung einer anderen Region diese Maßnahme ergreifen. 

Brüssels MP Vervoort gibt zu verstehen, dass z.B. die Betreiber von Gastronomiebetrieben selbst kontrollieren müssen, ob ihre Gäste immun gegen Covid-19 sind: "Man wird am Eingang kontrolliert, wie am Eingang eines Fußballstadions oder eines Veranstaltungssaals". Bei Cafés oder Restaurants mit Terrassen wird das mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen sein. 

(Lesen sie bitte unter dem Video weiter)

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Von „nur wenn nötig“ bis „wir wollen das auch“

Brüssels regionaler Gesundheitsminister Alain Maron (Ecolo) hält sich in Sachen Coronapass noch zurück und koppelt verschiedene Bedingungen an die Einführung dieses Vorgangs. Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ zitiert eine Pressemitteilung aus den Kabinett des Ministers: „Wir werden das Corona Safe Ticket nur dann ausbreiten, wenn dies die epidemiologische Situation erfordert und wir die Schließung bestimmter Sektoren damit verhindern können.“ Von den Mehrheitsparteien in der Brüsseler Regionalregierung hegen nur die frankophonen Grünen von Ecolo Bedenken gegen den Coronapass, doch ausgerechnet sie stellen den Gesundheitsminister, wie BRUZZ dazu schreibt.

Im Gegensatz dazu will der Bürgermeister von Vilvoorde in Flämisch-Brabant am nördlichen Rand von Brüssel, Hans Bonte von den flämischen Sozialisten Vooruit, dass in seiner Stadt ebenfalls der Coronapass für die Gastronomie, bei Events und in Sporteinrichtungen eingeführt wird: „Hier besteht eine Nachfrage. Überdies müssen wir im Hinblick auf die noch aufzuholende Impfquote und angesichts von noch sehr hohen Ansteckungszahlen etwas tun. Ich glaube, dass die Not, um sehr vorsichtig zu sein, vorliegt. Und wenn die Fitnesszentren und die Gastronomieunternehmen eine zusätzliche Kontrolle einführen möchten, dann muss das möglich sein.“ 

Vilvoorde braucht dazu allerdings die Zustimmung der flämischen Landeregierung, doch die will vermeiden, dass allzuviele Brüsseler Randgemeinden einen Coronapass einführen, den Flandern eigentlich nicht will. Generell heißt es in Flandern und in der Wallonie, dass das Covid Safe Ticket hier nicht nötig sei, da die Impfquote hoch genug sei. 

Im Rathaus von Vilvoorde kann man sich einen Coronapass auch für die eigene Stadt vorstellen

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