SD Worx: "Wir gehen davon aus, dass viele Arbeitgeber Homeoffice strukturell nutzen werden"

Der HR-Dienstleister SD Worx geht davon aus, dass viele Unternehmen in Belgien auch nach Corona weiter auf arbeiten im Homeoffice setzen werden. Eigentlich dürfen die Arbeitnehmer seit Anfang September in Belgien wieder normal arbeiten gehen, doch zu Hause arbeiten hat sich seit März 2020 so sehr eingebürgert, dass es in der hiesigen Arbeitswelt wohl auf eine permanente Kombination von Arbeiten im Unternehmen und im Homeoffice hinauslaufen wird.

Nach Ansicht des belgischen Personaldienstleisters SD Works wird das Homeoffice hierzulande auch nach Corona eine Art „neues Normal“ werden. Seit dem 1. September sind die Verpflichtung und die Empfehlung, weitestgehend von zu Hause aus zu arbeiten, wo dies möglich war, weggefallen.

Zwar erleben die Berufspendler inzwischen wieder Staus zu den Stoßzeiten und in den Zügen in Richtung Großstädte sitzen wieder viel mehr Menschen als noch einige Wochen zuvor, doch Katleen Jacobs, HR-Managerin bei SD Works, sagte am Samstag in der VRT-Wirtschaftssendung „De markt“ („Der Markt“), dass dies täuscht: „Wir erwarten, dass sehr viele Betriebe strukturelles Homeoffice einführen werden und dass man dies in die Organisation der Arbeit in den Unternehmen aufnehmen wird.“ 

Der Traumjob 120 km weiter wird vielleicht wohl machbar, wenn man 3 Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten kann.“

Kathleen Jacobs, HR-Dienstleister SD Worx

In einer eigenen Umfrage hat SD Worx herausgefunden, dass knapp die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen in Belgien sich darauf vorbereitet, Homeoffice strukturell zu nutzen. Dabei soll es ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Notwendigkeiten der Unternehmen und dem Wohnbefinden der Arbeitgeber geben, so SD Worx-Managerin Jacobs: „Der Traumjob 120 km weiter wird vielleicht wohl machbar, wenn man 3 Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten kann. (…) Man muss das nur im Arbeitsvertrag verankern.“

Die belgische Gesetzgebung sieht in dieser Hinsicht aber vor, dass dies jeweils in Tarifvertrag des Unternehmens berücksichtigt wird.  Man müsse darauf achten, so Katleen Jacobs weiter, dass dazu auch die jeweilige Frequenz abgesprochen werden muss: „In einigen Betrieben wird das ein Tag Homeoffice pro Woche sein, in anderen vielleicht fünf Tage, abhängig von Aufgabe und Funktion der Arbeitnehmer.“ 

Damit ist durchaus möglich, dass eine Corona-bedingte Übergangslösung zu einem festen Bestandteil des Arbeitslebens in Belgien wird. Viele Unternehmen und Arbeitgeber haben nun mal sehen können, dass diese Art der Arbeit funktioniert… 

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