Rückstand durch Corona in den Krankenhäusern nicht vor Sommer 2022 abgearbeitet

Der Behandlungsrückstand, den die Krankenhäuser in Belgien seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie aufgebaut haben, wird wohl nicht vor Sommer 2022 abgearbeitet sein. Die Tatsache, dass die Zahl der neuen in den Krankenhäusern eingelieferten Corona-Patienten wieder steigt, macht die Lage nicht gerade einfacher, wie Margot Cloet (Foto unten), CEO von Flanderns größtem Krankenhaus- und Pflegeverband Zorgnet-Icuro gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws.

In der vergangenen Woche hat die belgische Bundesregierung die Krankenhäuser angewiesen, wieder auf die Phase 1A umzuschalten. Das bedeutet, dass die Kliniken 25 % ihrer insgesamt 2.000 Intensivbetten für Corona-Patienten vorsehen müssen. Laut Margot Cloet gehen die vorsichtigsten Prognosen im belgischen Krankenhausnetz davon aus, dass die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in den kommenden Wochen auf bis zu 300 Fälle ansteigen wird. 

Falls eine Zahl von 500 Corona-Patienten auf den Intensivstationen erreicht wird, tritt die Phase 1B ein und muss quasi die reguläre medizinische Versorgung in den Krankenhäusern verschoben werden. Dann müssen wieder alle IC-Betten an Covid-19 erkrankten Patienten vorbehalten werden.

"Impfen, impfen, impfen…"

Zorgnet-Icuto-Geschäftsführerin Margot Cloet stellt fest, dass die drohende 4. Coronawelle zu einem Zeitpunkt eintritt, in der die Krankenhäuser in unserem Land damit dabei sind, ihren Rückstand bei Behandlungen und Operationen aufzuholen: „Dieser Prozess wird in Zusammenhang mit dem, was gerade passiert, dafür sorgen, dass erst im Sommer des kommenden Jahres alle Rückstände aufgeholt sein werden. (…) Das wird wieder ein Husarenstück.“

Cloet bedauert in diesem Zusammenhang, dass die allermeisten aktuell in Krankenhäusern eingelieferten Corona-Patienten nicht gegen Covid-19 geimpft sind. Auch sie sagt deshalb deutlich, dass nur eines helfen werde, die Epidemie in den Griff zu bekommen, gerade auch im Gesundheitswesen: „Impfen, impfen, impfen…“ 

Margot Cloet, Zorgnet-Icuro

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