2.500 frühere Bergbauarbeiter protestieren in Brüssel für eine bessere Rente und mehr

Rund 2.500 ehemalige Kumpel aus den früheren Bergbaugebieten in der Provinz Limburg haben am Montag in Brüssel demonstriert (Foto). Sie fordern nicht nur eine höhere Pension, sondern auch Zinsen auf entgangene Renten und einen Schadensersatz. Pro Kumpel beläuft sich die eingeforderte Summe auf durchschnittlich 82.000 Euro. Im vergangenen Jahr erhielten sie von Seiten der belgischen Bundesregierung die Garantie, dass sie eine höhere Rente bekommen sollten, so wie ihnen beim Aus des Bergbaus für ihre schwere Arbeit versprochen wurde.

Im Rahmen der Schließung der Zechen in Limburg vor rund 30 Jahren wurden Abkommen mit den Kumpeln getroffen, nach denen die Renten ausbezahlt werden sollen. Doch vor einigen Jahren wurde deutlich, dass die Behörden teilweise diesen Versprechen nicht nachgekommen sind (siehe nebenstehenden Beitrag). Dadurch wurde den ehemaligen Bergbauarbeitern eine zu niedrige Rente überwiesen. In einigen Fällen handelte es sich hier um mehrere 100 Euro pro Monat.

Neues Abkommen, neuer Unmut

Schon vor einiger Zeit hatten die ehemaligen Limburger Kumpel gegen diesen Umstand protestiert und seinerzeit wurde ein neues Abkommen geschlossen, das besagt, dass die Betroffenen rückwirkend für die letzten 10 Jahre eine Kompensierung erhalten sollen, die sich in einer höheren Rente zeigt.

Doch jetzt ist neuer Unmut entstanden, als sich erwies, dass die Kumpel auf diese viel zu spät ausbezahlten Pensionen Steuern entrichten müssen. Damit ist der „Freundeskreis der Bergarbeiter der Kempischen Steinkohleminen“, kurz in Niederländisch KS-Vriendenkring, nicht einverstanden, denn ihnen haben Steuerrechtsexperten erklärt, dass man auf rückwirkend ausgezahlten Pensionen eben keine Abgaben entrichten muss.

Die Deadline für die Ausbezahlung ist deutlich: 4. Dezember, an Sankt-Barbara, dem Tag der Schutzpatronin der Bergleute!“  

Freundeskreis der Bergarbeiter der Kempischen Steinkohleminen

Für die Kumpel, die viele Jahre lang für niedrige Löhne unter Tage geschuftet haben, scheint das Maß jetzt endgültig übergelaufen zu sein. Sie fordern jetzt Zinsen für die entgangenen Zahlungen und Summen und eine entsprechende Entschädigung. Dabei geht es um durchschnittlich 82.000 Euro pro Person. Bis zu 20.000 frühere Kumpel könnten davon betroffen sein.

„Wir fordern nicht mehr als das, wo wir seit Jahren ein Recht drauf haben. Wir fordern nichts zusätzlich. Wenn sie dem Gesetz entsprechen, dann sind wir zufrieden“, sagte Michel Dylst, der Vorsitzende des KS-Vriendenkring. Die Kumpel haben ihre Forderungen am Kabinett von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) abgegeben und ein Ultimatum gestellt: „Die Deadline für die Ausbezahlung ist deutlich: 4. Dezember, an Sankt-Barbara, dem Tag der Schutzpatronin der Bergleute!“  

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