20 Jahre N-VA: Bart De Wever setzt mehr denn je auf den Konföderalismus

Bart De Wever (Foto), Vorsitzender der flämischen Nationaldemokraten N-VA und Bürgermeister von Antwerpen, hat anlässlich des 20. Geburtstags seiner Partei daran erinnert, dass er weiter am Konföderalismus arbeite. De Wever hofft dabei auf einen Deal mit den frankophonen Sozialisten PS nach 2024.

Auf dem N-VA-Familientag im Freizeitpark Plopsaland in De Panne sagte Bart De Wever am Sonntag, dass er nach den Wahlen von 2024 einen Deal mit der PS anstrebe, denn nur die beiden stärksten Parteien jeweils in Flandern und im frankophonen Spektrum (Wallonie und Brüssel) können dies erreichen: „2024 ist das Verfallsdatum. Das ist die Verabredung mit der Geschichte. Wir müssen die verpasste Chance von 2019 wieder aufnehmen.“

De Wever erinnerte gegenüber VRT NWS daran, dass er 2019 mit PS-Parteichef Paul Magnette „sehr dicht bei einem Deal war.“ Seine Partei bleibe dabei und verfolge die 2010 aufgegriffene Idee eines als Konföderation aufgebauten belgischen Staates mit weitgehender Autonomie für die Länder und Regionen weiter.

Veränderte Grundströmung in Flandern

Seit Gründung der N-VA, die 2001 aus der flämisch gesinnten Volksunie entstanden ist, habe sich die Parteienlandschaft in Belgien deutlich verändert: „Die traditionellen Parteien, die früher zwei Drittel der Stimmen hatten, haben jetzt noch mit Mühe ein Drittel. Die Grundströmung in Flandern hat sich völlig geändert und geht in die Richtung, wie wir wollen.“

Lektion erteilen

In Sachen Konföderalismus setzt er weiter auf die frankophonen Sozialisten PS: „Ich glaube, dass die PS verstanden hat, dass dieses Land am Rande einer totalen Unregierbarkeit steht und dass sie realistisch genug sind, um zu wissen, dass wir darüber 2024 ein Abkommen schließen müssen.“

Der N-VA-Vorsitzende hofft, dass die klassischen flämischen Parteien, die heute in der belgischen Bundes- und in der flämischen Landesregierung sitzen, 2024 schwere Verluste erleiden. Doch mit den rechtsradikalen Vlaams Belang will De Wever nicht koalieren, „denn diese Partei sitzt in einer revolutionären Strategie, in einer Art katalanischem Szenario. Daran glaube ich nicht.“ Den anderen Parteien in Flandern müsse man bei den nächsten Wahlen „eine Lektion erteilen.“ 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten