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Ponys und Kuh angefallen und gefressen: Die Wolfsrudel in Limburg werden größer

In der Region Oudsbergen in der flämischen Provinz Limburg hat ein Wolfsrudel zwei Ponys getötet und gefressen. Die Wölfe hatten sich unter den Stacheldraht hindurchgegraben und waren auf die Wiese gelangt, auf der die Ponys gehalten wurden. Wolfsexperten warnen die Landwirtschaft, denn die Wolfsrudel in der Region haben wieder Nachwuchs bekommen und mehr Wölfe brauchen mehr Nahrung. Am Dienstag wurde bekannt, dass auch eine Kuh von Wölfen gerissen wurde. Die Landwirte sind besorgt... 

Die Wölfe waren aus dem Wald gekommen und hatten sich unter einen Stacheldraht, der um die Ponywiese herum stand, durchgegraben. Sie töteten zwei der Shetlandponys und zerrten Reste von ihnen wieder unter dem Zaun hindurch, um auf einem nahegelegenen Maisfeld weiter zu fressen. Dies war der zweite Angriff auf ein größeres Tier in nur wenigen Tagen. Vor kurzem erst rissen Wölfe in der gleichen Gegend ein Kalb.

Mehr Wölfe haben hunger

Die Wölfe in Limburg haben inzwischen größere Rudel gebildet und wieder ist es zu Nachwuchs gekommen. Das bedeutet, dass mehr Wölfe auch mehr Nahrung brauchen. Inzwischen haben die meisten Schafhirten und -züchter ihre Weiden und Wiesen abgesichert und die Wölfe suchen sich neue Ziele - eben auch größere Tiere.

"Wolf Fencing Team"

Die Wolfsexperten haben eine neue Gruppe gebildet, das sogenannte „Wolf Fencing Team“. Dieses Team berät die Landwirte, wie sie ihre Zäune gegen Wölfe sichern können. Sie helfen auch bei der Antragsstellung für Entschädigungen und für Fördermittel, denn die flämischen Landesbehörden bezuschussen 90 % der anfallenden Kosten von Zäunen, Stromdraht oder Stacheldraht. Doch dies gilt bisher nur für die Halter von Kleinvieh, bis höchstens zu Schafen. Aber die Entwicklung zeigt, dass die Wölfe inzwischen auch größere Tiere anfallen und reißen, wie unsere Beispiele belegen.

Verunsicherung

Inzwischen sind die Landwirte und Viehhalter in der Gegend um Oudsbergen verunsichert. Wölfe werden hier öfter gesehen und die Bauern sehen oft ihr Vieh und die Herden angstvoll weglaufen und auf den Wiesen umherkreisen. Hinzu kam im Laufe des Dienstags die Meldung, dass Wölfe eine Kuh gerissen haben.

Besorgter Bürgermeister

Oudsbergens Bürgermeister Marco Goossens (CD&V) ist verunsichert: „Das war ein Rudel mit 9 Wölfen, Alttiere und deren Junge. Die Tiere haben Hunger und kommen immer dichter zu den Menschen. Ich bin kein Fachmann in Sachen Wölfe. Ich warte auf ein deutliches Signal der Ministerin.“ Damit spricht er Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) an, die die Wolfsprogramme in Flandern fördert. Demir, die zudem aus Limburg stammt, ist ein bekennender Fan der Wölfe… 

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