Unternehmen wollen dem Personalmangel mit eigenen Aus- und Weiterbildungen entgegenwirken

Viele Unternehmen in Belgien sind auf der Suche nach Fachkräften. Inzwischen versuchen die Betriebe, diesem Personalmangel selbst entgegen zu wirken. Sie bieten Aus- und Weiterbildungen oder auch Umschulungen mittlerweile selbst schon an. Laut einer Umfrage des HR-Dienstleisters Manpower will jedes zweite größere Unternehmen hierzulande innerhalb der kommenden Wochen und Monate neues Personal anwerben und einstellen. 

Der belgische Personaldienstleister Manpower Group hat Ende Juli 520 hiesige Unternehmer befragt, ob sie neues Personal suchen und wie sie das angesichts des akuten Facharbeitermangels bewerkstelligen wollen. Dabei gab jeder zweite der befragten Unternehmen an, bis zum Jahresende auf jeden Fall neues oder zusätzliches Personal anwerben zu wollen.

Die Unternehmer in unserem Land haben durch das absehbare Ende der Corona-Pandemie und durch die mehr oder weniger gelungenen Impfaktionen wieder neues Vertrauen in die Wirtschaft gesetzt und legen deshalb einen neuen Elan an den Tag. Dieser Trend zeigt sich laut Manpower in allen Landesteilen in Belgien. Vor allem in den Bereichen Finanzen, Versicherungen, Immobilien und im Dienstleistungssektor, z.B. bei den Zulieferern größerer Unternehmen, steigt die Zuversicht.

Wirtschaftliche Bremse am Arbeitsmarkt

Doch leider wird dieser wirtschaftliche Elan in unserem Land durch ein Problem abgebremst: Personal- und Facharbeitermangel. 77 % der von Manpower befragten Unternehmen gibt an, tatsächlich auf dieser Ebene Probleme zu haben. Noch nie seit rund 15 Jahren sei der Facharbeitermangel in Belgien so akut gewesen, muss Manpower feststellen.

Das belgische Statistikamt Statbel bestätigt den akuten Facharbeiter- und Personalmangel. Hier wird für das zweite Trimester 2021 eine Zahl von 172.000 offenen Stellen und Stellenangeboten bei den regionalen Arbeitsämtern angegeben. 

Wie reagieren die Unternehmen?

Die Unternehmen bieten möglichen neuen Mitarbeitern z.B. viele Vorteile: Firmenwagen, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice, mehr Urlaubstage und auch höhere Löhne und Gehälter. Und sie werben mit Aus- und Weiterbildungen und sie wollen Quereinsteiger auf ihre Fachbereiche umschulen.

Aber, sie setzen auch auf die Weiterbildung von eigenen Arbeitnehmern, worauf nicht wenige Arbeitgeber offenbar ihren Fokus gelegt haben. Dabei haben sie auch ihr Augenmerk auf ältere Mitarbeiter gelegt, z.B. über 50-Jährige, die neue Funktionen bekommen sollen. Nicht zuletzt bieten einige Unternehmen Sprachkurse an, um Fachpersonal aus Einwandererkreisen anzuwerben. 

IT-Weiterbildung für ältere Mitarbeiter (Archivfoto)

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