Ein Fünftel der neuen Wohnungen in Brüssel entstanden in umgebauten Bürogebäuden

Rund ein Fünftel aller neuen Wohnungen in der Region Brüssel-Hauptstadt sind in umgebauten Bürogebäuden entstanden. Dies ist aus einem Bericht des Studienbüros Perspective.Brussels in Auftrag der Regionalbehörden ersichtlich. Dabei kam auch heraus, dass in Brüssel eine leichte Zunahme der Bürofläche aber auch des Leerstands vorliegt.

Die Brüsseler Hauptstadt-Region kämpft nicht erst seit gestern mit einem permanenten Mangel an Wohnraum und erst Recht, wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Leerstehende Büroflächen können ein Teil der Lösung des Problems sein und in diese Richtung entwickelt sich hier einiges. Inzwischen sind rund ein Fünftel des neuen Wohnraums in der Brüsseler Region umfunktionierte Büros.

Doch nicht immer sind Bürogebäude die ideale Lösung, so Antoine de Borman von Perspective.Brussels dazu gegenüber VRT NWS: „Einige Bürobauten sind nicht dafür geeignet, Bewohner zu beherbergen, weil es zu wenig Grünflächen gibt, weil es schlechte Anschlüsse an die öffentlichen Verkehrsmittel gibt oder weil in der Umgebung keine Schulen oder Kitas zu finden sind.“

Perspective.Brussels plädiert in diesem Zusammenhang für eine kohärente städtische Vision, bei der auch Rechnung mit solchen Punkten getragen wird, um den Bewohnern von ehemaligen Bürokomplexen ein attraktives Umfeld bieten zu können. Durch Corona und den weitgehenden Erfolg der Arbeit im Homeoffice in Belgien ist der Bedarf an neuen Büroflächen in der Brüsseler Region übrigens zurückgegangen und es wird erwartet, dass sich dieser Trens fortsetzt. 

Mehr Bürofläche aber auch mehr Leerstand

Aber, in Brüssel nimmt die Bürofläche noch weiter zu, die Perspective.Brussels herausgefunden hat. Am 31. März zählte das Studienbüro in der gesamten Region etwa 12,7 Mio. m² Bürofläche - eine um 32.810 m² seit Januar 2020. Vor allem im Brüsseler Nordviertel (Foto oben) hat diese Art Fläche zugenommen und zwar im gleichen Zeitraum um gut 6 %.

Hier stehen voran der „Iris Tower“, die neuen Räumlichkeiten im „Gare Maritime“ im Thurn & Taxis-Komplex und die Projekte „Möbius“ und „Quatuor“. Im Europaviertel sorgt alleine der neue Büroturm „The One“ für zusätzliche 29.500 m² Bürofläche. 

Gleichzeitig nimmt aber in diesem Bereich auch der Leerstand weiter zu. Hier sind vor allem Bürogebäude betroffen, die über 15 Jahre alt sind und das betrifft genau 61 % aller Bürobauten in der Brüsseler Hauptstadt-Region. 

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