Hat der Brüsseler Autosalon noch eine Zukunft? Zwei der wichtigsten Mitspieler machen wohl nicht mehr mit

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd hängt die Zukunft des Brüsseler Autosalons an einem seidenen Faden. D’Ieteren, der belgische Importeur der Volkswagen-Gruppe zieht sich zurück und ist dieses Jahr nicht dabei. Auch die Fusionsgruppe Stellantis (Peugeot, Fiat, Opel, Citroën) stellt sich die Frage, ob es Sinn hat, hier noch dabei zu sein. Hier stehen gerade große Reformen und Kosteneinsparungen an.

Laut De Tijd stehen die Veranstalter des Brüsseler Autosalons und die Leitung des Messekomplexes Brussels Expo in den Heizel-Hallen unter Hochdruck, da sich die wichtigsten Autoimporteure in Belgien wohl zurückziehen werden. Auch die anderen Automarken befürchten, dass der Salon 2022 vielleicht nicht stattfindet, nach dem er in diesem Jahr wegen der Coronakrise schon abgesagt werden musste.

Wenn der Brüsseler Autosalon ein weiteres Mal ausfällt und dies aus Mangel an großen Ausstellern, befürchten Beobachter, dass diese größte Messe Belgiens wohl bald Geschichte sein könnte. Mit rund 500.000 Besuchern pro Jahr begrüßt der Autosalon fast doppelt so viele Gäste, wie die ebenfalls in den Heizel-Messehallen stattfindende Baumesse Batiwouw.

Die Marktführer ziehen sich zurück

Nach gut unterrichteten Quellen will die Import-Holding D’Ieteren nicht im Januar 2022 am Salon teilnehmen. D’Ieteren importiert die Fahrzeuge der Volkswagen-Gruppe, z.B. VW, Skoda, Seat, Porsche, Lamborghini, Bentley und Bugatti. Die Gruppe nutzt alleine zxei der insgesamt 11 Messehallen.

Auch Stellantis scheint zu erwägen, dann nicht mehr dabei zu sein. Die Fusionsgruppe aus FCA (Fiat, Chrysler, Jeep) und PSA (Peugeot, Citroën, DS, Opel) hatte bereits im Mai kein Interesse daran, eine Option auf einen Messe-Auftritt zu nehmen… Stellantis hatte den 80 Konzessionären in Belgien ihre Konzession entzogen und verlangt, dass diese sich neu bewerben müssen. Damit will die Mega-Autogruppe strukturell auch in Belgien Kosten sparen.

Unsichere Zukunft

D’Ieteren und Stellantis stellen rund die Hälfte aller in unserem Land verkauften Autos. Nehmen diese beiden Gruppen nicht am Salon teil, ziehen sich sicher auch andere Marken zurück, denn die Kosten für einen Autosalon, der alleine dadurch nicht mehr attraktiv ist, weil die wichtigsten hier verkauften Marken nicht dabei sind, sind dann wohl zu hoch.

Weder von Seiten von Stellantis, noch von D’Ieteren gab es einen Kommentar dazu und Febiac, der Verband der belgischen Automobilbranche und Veranstalter des Brüsseler Autosalons will in kürze mitteilen, ob dieses Event stattfindet oder nicht und wie dessen Zukunft aussehen könnte. Hinter den Kulissen wird schon seit Monaten spekuliert und gepokert, so Beobachter und Fachleute.  

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