Brüsseler Ministerpräsident fordert tabulose Debatte über Einführung der Impfpflicht

Der Brüsseler Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS) ist der Meinung, dass es eine tabulose Debatte über die Einführung der Impfpflicht geben sollte. Das sagte Vervoort am Freitagmorgen in der Radiosendung La Première im öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF. 

Trotz zahlreicher Anstrengungen, um die Durchimpfungsrate in der Region Brüssel-Hauptstadt anzuheben, bleiben die Impfzahlen in der Region besonders niedrig. Insbesondere die Gemeinden mit einer sozial und wirtschaftlich ärmeren Bevölkerung ist die Durchimpfungsrate schwach. Impfposten auf Parkplätzen, in Warenhäusern und auf Wochenmärkten haben nicht das erhoffte Resultat von im Schnitt 16.000 Impfungen pro Woche erbracht. Diese Anzahl ist erforderlich, um die Durchimpfungsrate in der Hauptstadt-Region auf 70 Prozent anzuheben. 

In der Radiosendung wies Vervoort darauf hin, dass alle Mittel eingesetzt wurden, um die Impfung zu fördern. Das Problem ist, dass wir uns die Frage der Pflichtimpfung stellen müssen. Wir müssen ohne Tabu darüber sprechen und dürfen der Debatte nicht aus dem Weg gehen. Der Brüsseler Regierungschef wird die Impfpflicht mit der Expertengruppe erörtern. 

Mit Blick auf das Konzertierungskomitee der Regierungen am Freitagnachmittag erklärte Ministerpräsident Vervoort, dass an eine Aufhebung der Mundschutzpflicht in Geschäften nicht zu denken sei. Das sei auch der Standpunkt der Experten. 

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