"Wir machen einen großen Schritt in Richtung Freiheit", so Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon

Flandern hat gestern eine Reihe von Lockerungen der Corona-Beschränkungen angekündigt: An verschiedenen Orten werden Mundschutzmasken nicht mehr erforderlich sein. Die Einwohner Brüssels müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Ausnahmen sind auch für einzelne Gemeinden möglich, auch für solche, die an die Region Brüssel angrenzen. 

In Flandern wird die Maskenpflicht in Geschäften, Restaurants und Kneipen ab dem 1. Oktober abgeschafft. 

Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA, flämische Nationalisten) fügte hinzu, dass 80 Prozent der flämischen Jugendlichen bereits eine Erstimpfung erhalten haben. "Wir haben einen großen Schritt in Richtung Freiheit gemacht", sagte er auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Konzertierungsausschusses.

Während die Lockerungen für ganz Flandern gelten, können einzelne Gemeinden immer noch beschließen, bestimmte Einschränkungen auf lokaler Ebene aufrechtzuerhalten. Antwerpen erwägt Ausnahmeregelungen, ebenso wie eine Reihe flämischer Gemeinden, die am Rande von Brüssel liegen. Anfang nächster Woche dürfte es hierzu weitere Neuigkeiten geben. 

Zuvor hatte der belgische Premierminister Alexander De Croo zu Beginn der Pressekonferenz erklärt, dass Belgien in Bezug auf die Impfungen gegen Covid zu den besten Ländern Europas und der Welt gehöre: "Darauf können wir stolz sein."

Daher sei die Möglichkeit weiterer Lockerungen gegeben, aber Flandern, Brüssel und Wallonien müssten jeweils selbst entscheiden, ob sie sich dem anschließen würden oder nicht. 

Wir gehören zu den besten Ländern der Welt, wenn es um die Impfquote geht, und darauf sollten wir stolz sein
Premierminister Alexander De Croo (Open VLD)

Flandern zeigt wie es geht, Brüssel hinkt jedoch hinterher, da hier die Impfquote mit knapp über 60 Prozent relativ niedrig ist. "Hier gibt es keine Lockerungen", bestätigte der Brüsseler Ministerpräsident Rudi Vervoort (frankophoner Sozialist).

Kurz gesagt: Mundschutz bleibt in der belgischen Hauptstadt in Geschäften, Restaurants und Kneipen Pflicht, und die Nutzung des Covid Safe Ticket wird ausgeweitet, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen.

Die Wallonie muss noch eine Entscheidung treffen. Der wallonische Premierminister Elio Di Rupo (Sozialist) will nichts überstürzen und die Dinge zunächst überdenken.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten