Gesundheitsminister Vandenbroucke will eine dritte Impfung für alle Bewohner von Pflegeheimen

Belgiens Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten, Foto) spricht sich dafür aus, allen Bewohnern von Pflegeheimen in unserem Land eine dritte Impfmöglichkeit zu ermöglichen. Damit wären sie besser gegen das Coronavirus geschützt. Ob diese dritte Impfdosis verabreicht wird oder nicht, werden die verschiedenen Gesundheitsminister unseres Landes schon nächste Woche entscheiden. Laut Vandenbroucke ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, sagte er in "De zevende dag", der sonntäglichen TV-Talkshow der VRT.

Derzeit werden bereits Einladungen für eine dritte Impfung an Personen mit geschwächtem Immunsystem verschickt, z. B. an Krebspatienten oder Menschen, die sich einer Transplantation unterzogen haben. Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke will nun, dass auch alle Bewohner von Pflegeheimen in unserem Land die dritte Impfung erhalten. "Es gibt wissenschaftliche Hinweise dafür, dass wir auch eine dritte Impfung für den durchschnittlichen Bewohner eines Zentrums für betreutes Wohnen in Betracht ziehen sollten, der sehr alt und verletzlich ist", sagt er. "Sie wurden zu Beginn der Impfkampagne bereits geimpft, und das ist nun schon einige Zeit her."

Vandenbroucke erwartet morgen oder übermorgen ein wissenschaftliches Gutachten zu diesem Thema. "Ich gehe eigentlich davon aus, dass es eine wissenschaftliche Grundlage gibt und dass wir deshalb auch ein Gutachten in dieser Richtung bekommen werden", sagte der Minister. Er ist der Meinung, dass alle Gesundheitsminister in unserem Land noch in dieser Woche eine Entscheidung treffen sollten.

Aber was ist mit älteren, schutzbedürftigen Menschen, die nicht in Pflegeheimen leben? "Das ist ein Diskussionspunkt", sagt Vandenbroucke. "Ich warte auf wissenschaftlichen Sachverstand und möchte das mit meinen Kollegen besprechen." Der Minister hat also noch keine Antwort auf die Frage, ob auch ein über 85-Jähriger, der noch zu Hause lebt, eine dritte Impfung erhalten muss.

Auf jeden Fall scheint es wahrscheinlich, dass die Bewohner von Pflegeheimen in unserem Land bald zum dritten Mal geimpft werden. Auch der flämische Wohlfahrtsminister Wouter Beke (CD&V, flämische Christdemokraten) hat sich Anfang der Woche dafür ausgesprochen. Minister Vandenbroucke weist auch darauf hin, dass dies in Pflegeheimen relativ einfach zu organisieren wäre.

Pflicht zur Belüftung

In demselben Interview in "De zevende dag" unterstreicht Vandenbroucke erneut die Bedeutung der Belüftung im Kampf gegen das Coronavirus. "Die wichtigste Entscheidung des letzten Konzertierungsausschusses der verschiedenen belgischen Regierungen ist, dass wir mit der unverbindlichen Haltung zur Lüftung Schluss machen", so der Minister. "Wir werden eine gute Luftqualität überall zur Pflicht machen. In Restaurants und Cafés, in Fitnesscentern und der gesamten privaten und öffentlichen Sportinfrastruktur, in Diskotheken, in Festsälen... Das bedeutet, dass Belüftung oder Technologien zur Abtötung des Virus eingesetzt werden müssen. Wir werden eine Übergangszeit einräumen, aber das wird eine Verpflichtung sein".

Solche Maßnahmen seien auch im Bildungswesen erforderlich, so Vandenbroucke. "Dies ist sehr wichtig für das Wohlbefinden der Kinder. Sorgen wir dafür, dass Kinder sicher und ohne Mundschutz in einem gut belüfteten Klassenzimmer sitzen können. Das wird auch während der Grippesaison sehr wichtig sein. Es werden weniger Kinder mit Grippe und Erkältung zu Hause sitzen, und die Aufmerksamkeit in den Klassen wird größer sein. Irgendwann können Sie mit gutem Gewissen sagen, dass die Quarantänevorschriften gelockert werden können und Mundschutz nicht mehr notwendig ist. Aber dann müssen alle Klassenräume in allen Schulen belüftet werden. Es ist jetzt wirklich dringend."

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