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Seit Anfang dieses Jahres starben in Belgien 5.774 Menschen an Corona: Wer sind sie?

Seit Januar 2021 sind in Belgien fast 6.000 Menschen an einer Corona-Infektion gestorben. Insgesamt sind hier offiziell fast 25.500 Corona-Tote statistisch erfasst. Aber wer sind diese Menschen? Wie alt waren sie und wo haben sie gelebt? Wir suchen Antworten.

Einige traurige Zahlen: Seit Beginn der Coronapandemie sind bereits 25.494 Belgier an COVID-19 gestorben. Seit Anfang dieses Jahres, 2021, starben 5.774 Menschen.

Unter den 5.774 Todesfällen im Jahr 2021 sind die Männer überrepräsentiert: 3.192 Männer starben im Vergleich zu 2.531 Frauen. Bei den über 85-Jährigen ist die Situation umgekehrt, was aber hauptsächlich auf die höhere durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen in unserem Land zurückzuführen ist, erklärt Sciensano. Es gibt einfach mehr weibliche als männliche Über-85-Jährige, und ältere Bevölkerungsgruppen sind anfälliger für schwere Krankheiten.

Brüssel überholt Flandern

Wie ist das Verhältnis zwischen den verschiedenen Regionen Belgiens? Zu Beginn des Jahres starben verhältnismäßig viele Flamen an einer Coronainfektion.

Ab März kehrt sich das Verhältnis um. Dann hat Brüssel trotz seiner jüngeren Bevölkerung im Durchschnitt mehr Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Auch Wallonien überholte Flandern.

Elke Van den Brandt, Ministerin in der Brüsseler Regierung, nennt die Zahlen "hart". "Es ist sehr frustrierend, zu sehen, wo wir stehen", sagte sie im Morgenmagazin "De ochtend (VRT -Radio 1)". "Diese Zahlen bestätigen vieles von dem, was wir bereits wussten. Es gibt viele sozialökonomische Erklärungen über Herkunft, Armut und Gesundheit, die damit in Verbindung gebracht werden können. Die große Herausforderung besteht nach wie vor darin, die Impfkampagne weiter zu intensivieren, aber es ist schwieriger, die Bevölkerung zu erreichen". 

Ist der jüngste Anstieg in Wallonien und Brüssel auf die geringere Durchimpfung in diesen Regionen zurückzuführen?

Möglicherweise, aber das ist nicht sicher. Auch in der ersten und zweiten Welle gab es in Brüssel und Wallonien proportional mehr Todesfälle durch Corona als in Flandern.

Warum schneiden Brüssel und Wallonien schlechter ab? "Es gibt keine spezifische, eindeutige Erklärung", sagt der VRT-Wissenschaftsjournalist Koen Wauters. "Es geht um eine Mischung von Faktoren. In Städten wie Brüssel leben viele Menschen einfach näher beieinander. Das ist ein Element, aber nicht das einzige. Außerdem gibt es Auswirkungen, die zum Beispiel durch soziale Benachteiligung entstehen.“

Seit Anfang August ist die Zahl der Todesfälle in Flandern stabil geblieben. In Brüssel hingegen steigen die Zahlen. "Der Unterschied in der Durchimpfungsrate ist höchstwahrscheinlich die Ursache", glaubt Wauters. "Anfang August waren nur 54 Prozent der Erwachsenen in Brüssel geimpft, während es in Flandern 77 Prozent waren.

Wie viele Corona-Tote waren geimpft?

Kann man etwas über das Verhältnis von geimpften und nicht geimpften Corona-Patienten sagen, die gestorben sind oder ins Krankenhaus eingeliefert wurden? Zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit ausreichender Gewissheit. Aus dem jüngsten Bericht von Sciensano geht hervor, dass 71,84 % der Krankenhauspatienten einen unbekannten Impfstatus haben. Zu wenige Krankenhäuser nehmen an der klinischen Überwachung teil, und diese Zahl ist in den letzten Wochen sogar zurückgegangen. Daher hält Sciensano es nicht für möglich, Aussagen für das gesamte Land zu machen.

Dies könnte sich jedoch bald ändern: Die Interministerielle Konferenz (IMC) für öffentliche Gesundheit hat diese Woche die Krankenhäuser aufgefordert, ordnungsgemäß festzuhalten, ob die aufgenommenen Corona-Patienten geimpft wurden oder nicht.

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